Basel: Gemüse statt Wasser im Hochsommer – Brunnenbegrünung vorzeitig gespült
Publiziert

BaselGemüse statt Wasser im Hochsommer – Brunnenbegrünung vorzeitig gespült

Vier beliebte Trinkwasserbrunnen führen kein Wasser, sondern Salat. Die Aktion sorgte während der Hitze für Wut bei der Bevölkerung. Die Verantwortlichen sehen es dennoch als Erfolg an.

von
Tanya Vögeli
1 / 8
Am Barfüsserplatz, aber auch auf dem Münsterplatz, am Spalenberg und auch auf dem Rümelinsplatz fliesst in den Brunnen kein Wasser mehr. Stattdessen wachsen darin Kräuter, Salat und Blumen.

Am Barfüsserplatz, aber auch auf dem Münsterplatz, am Spalenberg und auch auf dem Rümelinsplatz fliesst in den Brunnen kein Wasser mehr. Stattdessen wachsen darin Kräuter, Salat und Blumen.

Stadtkonzept Basel
In Basler Facebook-Gruppen wurden die Blumentopf-Brunnen regelrecht zerrissen.

In Basler Facebook-Gruppen wurden die Blumentopf-Brunnen regelrecht zerrissen.

Screenshot Facebook
Die Brunnen trockengelegt hat das Stadtraum-Festival «Flâneur», das von Stadtkonzept Basel lanciert wurde, sehr zum Unmut der Bevölkerung.

Die Brunnen trockengelegt hat das Stadtraum-Festival «Flâneur», das von Stadtkonzept Basel lanciert wurde, sehr zum Unmut der Bevölkerung.

Screenshot Facebook

Darum gehts 

In vier Brunnen in Basel wachsen Kräuter, Salat und Blumen. Die Regierung hat mit der Brunnenbegrünung nichts zu tun, Verantwortlicher für die trockenen Brunnen ist das Stadtraum-Festival «Flâneur», das von Stadtkonzept Basel lanciert wurde. Bis September, also durch den Sommer, sollten die Beete in andere Brunnen zügeln und dort das Wasser abgestellt werden. Teile der Bevölkerung reagierten auf diese Logik mit Wut und Häme. Nun wird das Projekt am 28. Juni eingestellt, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst.

Die Aktion, die auf die Einzigartigkeit der Wasserspender und auf die Arbeit der IWB, welche die Brunnen regelmässig reinigt und für frisches Trinkwasser sorgt, aufmerksam machte, wird von den Organisatoren dennoch als Erfolg verbucht. «Beinahe jedes Medium in der Region hat über die Aktion berichtet. Die Reaktionen waren positiv wie negativ», heisst es.

Nach «erfreulich hoher Aufmerksamkeit in der Bevölkerung» und wegen «unerwartet hoher Temperaturen» habe man sich entschlossen, das Projekt abzubrechen.

Empörte Städter und Rekordhitze im Juni 

In Basler Facebook-Gruppen werden die Blumentopf-Brunnen regelrecht zerrissen (siehe Bildstrecke). «Ich finde das echt dämlich. Pflanzt lieber mehr Bäume, aber lasst doch die Brunnen Brunnen sein», beschwert sich eine Userin. Ein anderer moniert, dass der Bevölkerung damit eine beliebte Bademöglichkeit im Sommer genommen wird.

«Ein Schelm, wer Böses denkt. Genau in dieser Zeit wurden die Brunnen immer beliebter, um sich darin abzukühlen. Das wird so jetzt unterbunden, und für was genau?», regt sich ein Basler auf. Jemand anders bemängelt, dass durch «diese Furzidee» den Vögeln in der Stadt in der heissesten Zeit das Trinkwasser weggenommen werde. «Es wird heiss und ihr macht so einen Mist. Weiss die Regierung eigentlich, was sie da anstellt?», fragt eine erboste Stadtbewohnerin.

Viele Menschen, ob Pendler und Pendlerinnen oder Bewohner und Bewohnerinnen von Basel, waren nicht begeistert von der Aktion und die darauffolgende unerwartete Hitze des Sommers gab dem Ganzen noch den Rest.

Was ist das «Flâneur»?

Deine Meinung

22 Kommentare