Gen macht Lungenkrebs...und Kettenraucher
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Gen macht Lungenkrebs...und Kettenraucher

Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass ein Gen das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, drastisch erhöht. Auch für eine verstärkte Nikotinsucht soll das «böse» Gen veranwortlich sein.

Raucher gefährden ihre Gesundheit - so weit, so schlecht. Doch für eine Gruppe von Menschen mit einer entsprechenden genetischen Disposition dürften diese Hiobsbotschaft aus der medizinischen Forschung sehr unerfreulich sein: Wie das Wissenschaftsportal «newscientist.com» schreibt, isolierten diverse Forschergruppen ein Gen, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bei Rauchern stark erhöht.

«Wir haben es mit einem doppelten Problem zu tun», sagt der Genforscher Christopher Amos vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston, Texas. Amos leitete eines der drei Teams, die die Genvariante entdeckten. Das Gen, das ungefähr die Hälfte aller Menschen mit europäischer Herkunft in sich tragen, macht es Rauchern besonders schwer, von der Nikotinabhängigkeit loszukommen.

Lungenkrebsrisiko: Die Gene spielen eine wichtige Rolle

Vorangegangene Studien deuteten bereits darauf hin, dass die Gene eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs spielen. Doch keine ergab so eindeutige Ergebnisse wie die neuste Untersuchung, die in den Wissenschaftmagazinen «Nature» und «Nature Genetics» publiziert wurden. Raucher, die einen Bestandteil der Genvariante in sich tragen, müssen neben dem Suchteffekt auch mit einem 30 Prozent höheren Risiko leben, an Lungenkrebs zu erkranken. Zu diesem Schluss kam Paul Brennen, Genforscher an der International Agency for Research on Cancer in Lyon, Frankreich. Er konnte zusammen mit seinem Forscherteam nachweisen, dass das Lungenkrebsrisiko sogar auf 80 % steigt, wenn ein zweiter Bestandteil der Genvariante hinzukommt.

Wegen Gen zum Kettenraucher

«Wer diese Genvariante in sich trägt und mit dem Rauchen anfängt, raucht erheblich stärker als Menschen, die die Variante nicht in sich tragen», erklärt Kari Stefansson, CEO von deCode Genetics in Reykjavik, Island. Die Ergebnisse seines Forschungsteams bestätigt die Ergebnisse der beiden anderen Studien in Houston und Lyon.

Die Wissenschaftler wollen die Forschungsergebnisse nutzen, um Lungenkrebs zukünftig wirksamer behandeln zu können.

(rre)

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