Weniger Kunden pro Quadratmeter – So umgehst du Warteschlangen beim Weihnachtsshopping
Publiziert

Weniger Kunden pro Quadratmeter So umgehst du Warteschlangen beim Weihnachtsshopping

Ab nächster Woche gibt es wieder Ampeln vor den Läden. Manche Händler stellen extra Personal ein, um die Kundschaft zu zählen. Sie geben Tipps, wie du Wartezeiten umgehen kannst.

von
Fabian Pöschl
Barbara Scherer
1 / 8
Die Detailhändler haben sich eine freiwillige Kapazitätsbeschränkung auferlegt.

Die Detailhändler haben sich eine freiwillige Kapazitätsbeschränkung auferlegt.

20min/Marco Zangger
Ab dem Verlauf der nächsten Woche soll wieder die Beschränkung gelten, dass in Läden mit bis zu 300 Quadratmeter Fläche ein Kunde pro sechs Quadratmeter zugelassen ist. In grösseren Geschäften sind es zehn Quadratmeter pro Person.

Ab dem Verlauf der nächsten Woche soll wieder die Beschränkung gelten, dass in Läden mit bis zu 300 Quadratmeter Fläche ein Kunde pro sechs Quadratmeter zugelassen ist. In grösseren Geschäften sind es zehn Quadratmeter pro Person.

20min/Marco Zangger
Dass die Einschränkungen genau in der Vorweihnachtszeit umgesetzt werden, hat zu grossen Diskussionen unter den Händlern gesorgt.

Dass die Einschränkungen genau in der Vorweihnachtszeit umgesetzt werden, hat zu grossen Diskussionen unter den Händlern gesorgt.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Die Detailhändler verpassen sich freiwillig wieder Kapazitätsbeschränkungen.

  • Damit wollen sie strengere Massnahmen verhindern und schweizweit einheitliche Regeln durchsetzen.

  • Mit diesen Tipps kannst du Warteschlangen umgehen.

Mitten in der Vorweihnachtszeit führen die Schweizer Detailhändler freiwillig wieder eine Quadratmeterbeschränkung ein. Das haben die Branchenverbände Swiss Retail Federation und IG Detailhandel Schweiz am Donnerstag bekanntgegeben.

Damit soll ein möglicher Shutdown verhindert werden. Umgesetzt werden die Beschränkungen im Laufe der nächsten Woche. Dadurch könnten sich wieder Warteschlangen vor den Filialen bilden. Darum sollten sich Kunden vermehrt informieren, wie ausgelastet ein Laden je nach Tageszeit ist, wie Dagmar Jenni, Geschäftsführerin von Swiss Retail Federation, gegenüber 20 Minuten sagt.

Das sind die Massnahmen in den Läden:

Mit der freiwilligen Kundenbeschränkung gilt wieder folgende Regel: In Läden mit bis 300 Quadratmetern Verkaufsfläche darf ein Kunde auf sechs Quadratmeter kommen. In grösseren Läden gelten zehn Quadratmeter pro Person. Das ist aber nur ein Teil des Schutzkonzepts. Weiterhin gelten die Abstandsregeln, Markierungen am Boden machen die Kundschaft darauf aufmerksam. Ebenfalls gilt weiterhin die Maskenpflicht, die die Händler in regelmässigen Durchsagen erwähnen.

Dass die Einschränkungen genau in der Vorweihnachtszeit umgesetzt werden, habe zu grossen Diskussionen unter den Händlern gesorgt. «Aber wenn wir abwarten, kommt es nur zu noch strengeren Massnahmen und das nützt niemandem», so Jenni.

Damit das Weihnachts-Shopping nicht zur Tortur wird, rät der Verband, sich beispielsweise über Google zu informieren, wann in einem Laden viel oder eben wenig los ist. «Es ist auch sinnvoll, Einkäufe Anfang Woche zu erledigen, weil dann weniger los ist in den Geschäften», erklärt Jenni.

Alleine und zu Randzeiten einkaufen gehen

Gerade vor den Festtagen könne es auch in Dorfläden zu einem Andrang kommen, heisst es vonseiten Volgs. Um Wartezeiten zu verkürzen, sollten Einkäufe darum zu Randzeiten getätigt werden. Ausserdem sollte nur eine Person pro Haushalt einkaufen gehen.

Sorgen um lange Warteschlangen macht sich Franz Carl Weber hingegen nicht. Obwohl der Spielwarenhändler erst am Montag eine neue Filiale in Zürich-Altstetten eröffnete: «Auch im letzten Jahr mussten die Leute nur in der Filiale in Zürich mal fünf Minuten draussen warten», sagt CEO Roger Bühler.

Schliesslich kaufen die Leute in der Pandemie zielstrebig ein und verweilen nicht lange im Laden. «Nur wenn es 2G-Kontrollen gäbe müssten wir uns auf viele hitzige Diskussionen einlassen», so Bühler.

Um die Beschränkungen umzusetzen, werden die Kundinnen und Kunden bei Franz Carl Weber gezählt. Dafür stellt der Spielwarenhändler extra Personal ein: «Das kostet uns viel Geld», sagt Bühler. «Wir befinden uns in der hektischsten Phase des ganzen Jahres und haben kein Personal einfach so auf Reserve.»

Tausende Franken Mehrkosten pro Tag

Für die 16 kleineren Filialen rechnet Bühler mit einem zusätzlichen Personalaufwand von jeweils 1000 Franken pro Woche; bei den sechs grösseren Filialen dürften es 2000 Franken pro Woche zusätzlich sein. Es sei aber kein Problem, das Personal aufzustocken und das nehme man für einheitliche Regeln auch gerne in Kauf. Denn der Kantönligeist verwirre die Kunden sehr.

Auch Manor beklagt Mehrkosten aufgrund der Einschränkungen. eine Kapazitätsbeschränkung sei gerade in der Weihnachtszeit ein einschränkender Schritt, sagt eine Sprecherin. Damit leiste das Warenhaus aber solidarisch den Beitrag gegen die Pandemie.

Idealerweise zwischen 14 und 16 Uhr bei Lidl einkaufen

Lidl macht sich keine Sorgen wegen langen Warteschlangen. Der Discounter geht sogar davon aus, dass unter den momentanen Umständen weniger Kundinnen und Kunden einkaufen werden. Falls es trotzdem zu Wartezeiten kommt, hoffe man auf die Disziplin der Kundschaft wie in den vorherigen Wellen, sagt eine Sprecherin.

Sie empfiehlt, über den Tag verteilt einkaufen zu kommen. Ideal seien die Zeiten zwischen 14 und 16 Uhr und nicht kurz vor Feierabend. Für die Zutrittsbeschränkung setzt Lidl ab nächster Woche wie auch die Migros wieder auf ein Ampel-System.

Homeoffice und Corona-Verunsicherung setzt den Läden mehr zu als die Kapazitätsbeschränkung

Auch das Berner Warenhaus Loeb installiert wieder ein Kundenzählsystem. CEO Ronald Christen rechnet angesichts der grossen Ladenfläche nicht mit langen Warteschlangen. Wenn doch, stehe das Sicherheitspersonal zur Verfügung.

Sorgen ums Weihnachtsgeschäft macht sich Christen wegen der freiwilligen Massnahmen auch keine. Vielmehr sehe Loeb die dringende Homeoffice-Empfehlung und die allgemeine Verunsicherung der neuesten Entwicklung als Grund für die rückgängige Frequenz.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

145 Kommentare