UBS auf Talfahrt: Generalstaatsanwalt lässt UBS ins Minus stürzen
Aktualisiert

UBS auf TalfahrtGeneralstaatsanwalt lässt UBS ins Minus stürzen

Die Grossbank UBS hat erneut einen starken Kurstaucher ihrer Aktie erlitten. Die Aktie verlor 6,1 Prozent. Grund dafür war neben der allgemeinen Schwäche von Finanztiteln auch die am Donnerstag eingereichte Klage des New Yorker Staatsanwalts.

Die UBS-Aktie verlor 6,1 Prozent und notierte zum Börsenschluss bei 21.60 Franken. Im Laufe des Nachmittags war der UBS-Titel sogar bis 21.04 Fr. (-8,5 Prozent) gerutscht.

Analysten wollten den Kursverlust nicht alleine auf die Klage aus New York zurückführen. Allerdings sei sie eine weitere Unsicherheit bei der ohnehin schon unter Druck stehenden UBS, sagte ein Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Folgen der Zivilklage seien angesichts des amerikanischen Justizsystems schwierig einzuschätzen.

Dennoch, die UBS verlor unter den Finanztiteln am stärksten an Wert, was auf die New Yorker Klage zurückzuführen sein dürfte. Sie hat an einem Tag rund die Hälfte ihrer Kursgewinne der vergangenen Woche wieder eingebüsst. Die Aktien der Credit Suisse (-3,6%) oder jene von Julius Bär (-1,4%) verbuchten deutlich kleinere Verluste.

Risiken nicht aufgezeigt

In der am Donnerstag eingereichten Klage wirft der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo der UBS einen «Multi-Milliarden- Dollar-Betrug» vor.

Die UBS habe ihren Kunden sogenannte Auction Rate Securities (ARS) gegen besseres Wissen als Alternative zu Bargeld-Anlagen verkauft. Bei diesen Wertpapieren handelt es sich um lang laufende Anleihen, deren Zinssatz in kurzen Abständen in Auktionen neu festgesetzt wird.

Der Klage zufolge habe UBS die Wertschriften auch dann noch verkauft, als die Auktionen in Folge der Kreditkrise zu misslingen begannen. Gleichzeitig hätten mindestens sieben UBS-Manager 21 Mio. Dollar der in ihren persönlichen Konten ARS verkauft.

«Manager gingen von Bord, sobald der Wertschriften-Markt zusammenzubrechen begann, und liessen Tausende von Kunden im Stich», sagte Cuomo auf einer Medienkonferenz. Im Februar hielten über 50 000 UBS-Kunden in den USA mehr als 25 Mrd. Dollar in den inzwischen unhandelbar gewordenen Wertschriften.

UBS klärt Vorwürfe ab

UBS erklärte, sie werde sich gegen die Betrugsvorwürfe energisch zur Wehr setzen. Es sei frustrierend, dass der Generalstaatsanwalt die Klage eingereicht habe, während die Bank mit seinem Büro verhandle, um die Wertschriften von den Kunden zurückzukaufen.

Die Bank prüfe intern den angeblichen Verkauf von ARS- Wertschriften aus den persönlichen Beständen ihrer Manager. Die Bank gehe nicht davon aus, dass sich Mitarbeiter illegal verhalten hätten, aber es gebe Anhaltspunkte für ein schlechtes Urteilsvermögen bei gewissen Personen.

Das Verfahren ist das erste, das aus der Untersuchung des Bundesstaates über das Verhalten von Brokern in dem 330 Mrd. Dollar schweren Markt für ARS hervorgeht. Im April hatte Cuomo in dem Zusammenhang 18 Banken und Broker vorgeladen.

UBS ist auch in anderen US-Bundesstaaten mit Untersuchungen und Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit ARS konfrontiert. Vergangene Woche hatte die UBS bereits ein mögliches Rückkaufprogramm für ARS angekündigt. Allerdings gilt dies nur für einen Teil der ausgegebenen ARS mit einem Volumen von bis zu 3,5 Mrd. Dollar.

(sda)

Deine Meinung