Aktualisiert 04.01.2014 09:19

Vor den WahlenGeneralstreik legt Bangladesch lahm – 3 Tote

Blutige Strassenschlachten, Brandanschläge und Boykottaufrufe der Opposition drohen die Abstimmung zu überschatten. Am Samstag wurden dabei drei Personen getötet.

von
ale
Jugendliche in Dhaka versuchen einen Bus zu löschen, er soll von Oppositionellen angezündet worden sein.

Jugendliche in Dhaka versuchen einen Bus zu löschen, er soll von Oppositionellen angezündet worden sein.

Einen Tag vor der umstrittenen Neuwahl des Parlaments in Bangladesch hat in dem südasiatischen Land am Samstag ein 48-stündiger Generalstreik begonnen. Dazu aufgerufen hat unter anderem die wichtigste Oppositionspartei des Landes, die Nationalistische Partei (BNP).

Bei den gewalttätigen Streiks sind am Samstag mindestens drei Menschen getötet worden. Dabei handelt es sich laut Polizei um einen führenden Politiker der regierenden Awami-Liga und um ein Mitglied ihrer Jugendorganisation; ein weiterer Mann kam bei Unruhen in der Stadt Patgram ums Leben.

Insgesamt kamen bei Gewalttaten zwischen den verfeindeten Lagern im Vorfeld der Wahl am Sonntag mehr als 100 Menschen ums Leben. Hintergrund ist die erbitterte Rivalität von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina und BNP-Chefin Begum Khaleda Zia, die seit mehr als 20 Jahren die Politik in dem armen Staat bestimmen.

Wahlsieger schon klar

Dies BNP und mehrere weitere Parteien fordern die Wähler in Bangladesch auf, die Parlamentswahl am Sonntag zu boykottieren. BNP-Chefin Khaleda Zia nannte die Abstimmung zuletzt eine «skandalöse Farce». Die Parteien protestieren gegen Regierungschefin Sheikh Hasina.

Angesichts des Boykotts dürfte Hasina als Siegerin aus der Wahl hervorgehen. In Bangladesch demonstrieren seit Wochen Oppositionsanhänger und fordern Hasinas Rücktritt. Sie verlangen die Einsetzung einer Übergangsregierung aus Experten, welche eine Neuwahl organisieren soll.

34 Wahllokale in Brand gesetzt

Hasina lehnt dies ab und will auch keine internationalen Beobachter zu der Abstimmung zulassen. Am vergangenen Sonntag wurde bei einem Polizeieinsatz gegen nicht genehmigte Demonstrationen der Opposition in der Hauptstadt Dhaka bereits ein Mensch getötet.

Kurz vor der Parlamentswahl sind bereits mindestens 34 Wahllokale in zahlreichen Teilen des Landes in Brand gesetzt worden. Unbekannte hätten in der Nacht zum Samstag in Schulen Feuer gelegt, die für die Wahl am Sonntag vorbereitet wurden, erklärte die Polizei in mehreren Distrikten. Einige Gebäude brannten vollständig aus.

Wahlunterlagen wurden nicht verbrannt, da diese erst am Samstag verteilt werden. Die Wahlkommission bemüht sich um alternative Räume. (ale/sda)

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