Discomgoogolation: Generation Flatrate auf Entzug
Aktualisiert

DiscomgoogolationGeneration Flatrate auf Entzug

Werden Sie ohne Online-Zugang nervös, unruhig oder sogar ängstlich? Dann leiden Sie vielleicht an Discomgoogolation.

Zahlen wir jetzt den Preis dafür, dass wir praktisch zu jeder Zeit und an fast jedem Ort in den Welten des World Wide Webs herumsurfen können?

Wie ärgerlich ist es, wenn man dringend eine E-Mail versenden muss oder es die Antwort auf eine wichtige Frage zu beantworten gilt und das Internet verweigert den Zugang? Britische Forscher haben sich dieses Phänomens nun auf wissenschaftlicher Ebene angenommen. Laut ihrer Studie herrschte auch dringender Bedarf: Wie der Nachrichtendienst «Reuters» berichtet, gaben 76 Prozent aller Briten bei einer Umfrage zu, nicht ohne das Internet leben zu können. Mehr als die Hälfte ist täglich bis zu vier Stunden täglich online - 44 Prozent gaben an, äusserst frustriert zu sein, wenn sie keinen Zugang zum Internet haben.

So belastend wie eine Kündigung

Der britische Psychologe David Lewis beobachtete eine Gruppe Probanden und kontrollierte die Herzfrequenz und die Hirnaktivität seiner Studienteilnehmer. Dabei machte er eine interessante Entdeckung: Während Männer abends in Stress geraten, wenn sie keinen Online-Zugang erhalten, leiden Frauen eher tagsüber unter diesen Entzugserscheinungen.

Diese Stress-Symptome seien etwa vergleichbar mit dem Gefühl, mit einer halben Stunde Verspätung an ein wichtiges Meeting zu hetzen oder unerwartet die Kündigung vom Arbeitgeber zu bekommen. Das Forscherteam konnte bei den Probanden steigenden Blutdruck und erhöhte Hirnaktivität feststellen.

«Die digitale Vernetzung macht uns das erste Mal in der Geschichte der Menschheit blitzschnell jegliche Form von Wissen zugänglich. Das hat gewaltiges Suchtpotential», erklärt Lewis.

Einen passenden Begriff für den wissenschaftlich untersuchten Online-Entzug gibt es übringes auch schon: Discomgoogolation.

(rre)

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