Generika-Boom hält weiter an

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Generika-Boom hält weiter an

Der Baselbieter Generikahersteller Mepha profitiert von den Sparanstrengungen im Gesundheitswesen. Der grösste Schweizer Produzent von Nachahmermedikamenten hat 2006 den Umsatz um 24 Prozent gesteigert. Im Inland konnte Mepha gar um ein Drittel zulegen.

Insgesamt habe die Mepha-Gruppe 325,4 Mio. Fr. umgesetzt, teilte das Aescher Unternehmen mit. Damit habe Mepha das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte erlebt.

Knapp die Hälfte des Umsatzes stammt aus der Schweiz. Hierzulande konnte Mepha die Verkäufe um 33,1 Prozent auf 159 Mio. Fr. steigern. Das Umsatzwachstum im Ausland fiel mit einem Plus von 13 Prozent auf 151,8 Mio. Fr. schwächer aus.

Dank der Förderung durch Gesundheitsminister Pascal Couchepin sei die Nachfrage nach Generika Anfang 2006 sprunghaft gestiegen. Der Marktanteil der Nachahmermedikamente schnellte von 8,3 auf rund 12 Prozent nach oben. Mepha alleine habe 44 Prozent mehr Medikamentenpackungen verkauft, sagte Geschäftsführer Thomas Villiger am Freitag vor den Medien in Zürich.

Couchepin sei Dank

Couchepin hatte auf Anfang 2006 angeordnet, dass Patienten auf ein Medikament, von dem es ein billigeres Generikum gibt, doppelt soviel Selbstbehalt (20%) bezahlen müssen wie für das Nachahmerprodukt (10%).

Zudem lösten Couchepins Sparmassnahmen im Gesundheitswesen einen Preisrutsch auf breiter Front aus, so dass das Umsatzwachstum nicht ganz mit dem Verkaufsboom mithalten konnte. Mepha habe im letzten Jahr fünf Mal die Preise senken müssen, sagte Pharmachef Andreas Bosshard. Dies habe 30 Mio. Fr. Umsatz gekostet.

Wegen der gewaltigen Steigerung des Absatzes habe Mepha die Preissenkungen kompensieren können, sagte Villiger zur Ertragslage. Sonst hätte es eng werden können. Über den Gewinn macht Mepha traditionellerweise keine Angaben.

Nummer 2 näher gerückt

Insgesamt hat Mepha 2006 mit einem Anteil von 39 Prozent (laut IHA-GfK-Zahlen) die Spitzenposition am hiesigen Generikamarkt verteidigt. Allerdings rückt die Nummer zwei, die Novartis-Tochter Sandoz, mit einem Marktanteil von 34 Prozent näher. Ein Jahr zuvor hatte Sandoz erst 30 Prozent auf sich vereinigt. Weit dahinter folgt Spirig mit einem Marktanteil von 11 (Vorjahr: 13) Prozent.

Generika machen mittlerweile 12 Prozent des Schweizer Medikamentenmarktes (ohne Spitäler) aus. Dafür seien im letzten Jahr landesweit 615 Mio. Fr. ausgegeben worden. Somit habe das Gesundheitswesen theoretisch 303 Mio. Fr. gespart, wenn man davon ausgehe, dass Originalmedikamente im Schnitt ein Drittel teurer seien als Generika, rechnete Bosshard vor.

Und noch einmal 9 Prozent der Originalmedikamente hätten durch Nachahmerprodukte ersetzt werden können, wenn Generika wo immer möglich eingesetzt worden wären. Dies hätte einen zusätzlichen Spareffekt von 160 Mio. Fr. gebracht, sagte Bosshard.

Für 2007 rechnet Mepha mit einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums. Der Gruppenumsatz dürfte 355,9 Mio. Fr. erreichen, sagte Villiger. Dies wären 9,4 Prozent mehr als 2006. 30 neue Stellen würden geschaffen. Mepha beschäftigt in der Schweiz 406 Mitarbeiter. Ein Börsengang sei nicht geplant. (sda)

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