Genf bekommt eine S-Bahn
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Genf bekommt eine S-Bahn

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die Baubewilligung für die S-Bahn von Genf zur französischen Grenze erteilt. Alle rund 1700 Einsprachen wurden abgewiesen.

Die künftige S-Bahn CEVA verbindet den Genfer Hauptbahnhof Cornavin mit dem französischen Annemasse. Sie erschliesst einen Grossraum mit rund einer Million Einwohnern.

Mit der Baubewilligung kann die bisher fehlende Verbindung zwischen dem Rangierbahnhof La Praille und dem Personenbahnhof Eaux-Vives erstellt werden, heisst es im BAV-Communiqué. Die Anpassungen am Cornavin-Bahnhof bewilligte das Amt bereits im Mai 2005.

Grosses Infrastrukturvorhaben

Das CEVA-Projekt kostet 950 Millionen Franken, wovon der Bund 550 Millionen und der Kanton Genf 400 Millionen Franken tragen. Die doppelspurige Bahnlinie ist rund 14 Kilometer lang und verläuft zu fast vier Fünfteln unterirdisch. Die Neubaustrecken liegen fast vollständig unter der Erde.

In der Schweiz werden dafür fünf S-Bahnhöfe neu gebaut: In Lancy-Pont-Rouge, Carouge-Bachet, Champel-Hôpital, Chêne-Bourg und Eaux-Vives.

Auf der rund 5 Kilometer langen Strecke zwischen Cornavin und La Praille wird die S-Bahn die bestehende Infrastruktur nutzen. Nach der Haltestelle Carouge-Bachet sind laut BAV zahlreiche Brücken und Tunnels geplant. Die bestehende Strecke vom Bahnhof Eaux-Vives bis zur Grenze wird überdeckt.

Der Grosse Rat des Kantons Genf hatte den Kantonsanteil im Juni 2002 gutgeheissen. Der Bundesanteil stammt aus dem Infrastrukturfonds, den das Parlament im März 2006 angenommen hatte.

Wie das BAV mitteilte, schliesst die Plangenehmigungsverfügung das im März 2006 eingeleitete Bewilligungsverfahren ab. Die Dauer des Verfahrens sei in den vielen Einsprachen begründet. Die Baubewilligung des BAV kann vor dem Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

Baubeginn vor Ende 2008

CEVA ist das Rückgrat für ein künftiges schweizerisch-französisches S-Bahn-System im Raum Genf. Mit der neuen S-Bahn soll die Mobilität in der Wachstumsregion Genf auf der Schiene bewältigt werden. Sie soll den Betrieb 2013 aufnehmen.

Die CEVA ist eines der 16 vom Parlament als dringlich bezeichneten Agglomerationsprojekte, deren Bau noch vor Ende Jahr in Angriff genommen werden soll. Neben Genf planen auch Basel und das Tessin S-Bahnen im Grenzgebiet.

(sda)

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