Aktualisiert 28.02.2014 16:28

Geldwäscherei-Verdacht

Genf geht gegen Janukowitsch-Clan vor

Gegen den ukrainischen Ex-Präsidenten Wiktor Janukowitsch und seinen Sohn läuft ein Strafverfahren wegen Verdachts auf «schwere Geldwäscherei». Verschiedene Länder sperren Janukowitschs Konten.

Janukowitsch und sein Sohn werden der Geldwäscherei verdächtigt.

Janukowitsch und sein Sohn werden der Geldwäscherei verdächtigt.

Die Schweiz hat am Freitag Gelder und Vermögenswerte des in der Ukraine abgesetzten Präsidenten Wiktor Janukowitsch gesperrt.

Auch Österreich fror Konten von Ukrainern ein, Liechtenstein zog nach. Janukowitsch gab am Freitag bekannt, keine Konten im Ausland zu haben.

«Ich habe keine Konten und kein Eigentum im Ausland. Ich bin ein gläserner Mensch», sagte Janukowitsch an einer Medienkonferenz in Russland. In der Schweiz hatte der Bundesrat am Freitag allfällige Vermögenswerte von Janukowitsch und von 20 Personen aus seinem Umfeld sperren lassen.

Man wolle damit jegliches Risiko einer Veruntreuung von staatlichem ukrainischem Eigentum vermeiden, hiess es in der Medienmitteilung. Der Bundesrat verbot den Verkauf und jegliche Veräusserung von Gütern, namentlich von Immobilien.

Auf der Liste befinden sich ehemalige Minister, Bürgermeister und Gouverneure. Unter anderem sind der ehemalige Regierungschef Nikolai Asarow, der ehemalige Generalstaatsanwalt Wiktor Pschonka sowie Janukowitschs Sohn aufgeführt.

Banken in der Schweiz, die Gelder dieser Personen halten oder verwalten, werden unter Strafandrohung verpflichtet, diese unverzüglich der Direktion für Völkerrecht im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu melden.

Bern traf diese Massnahme von sich aus, wie EDA-Mediensprecher Pierre-Alain Eltschinger sagte. Auch in Österreich und Liechtenstein wurden unterdessen Konten gesperrt.

Österreich friert Konten ein

Dort wurden auf Ersuchen der neuen Kiewer Führung die Konten von 18 Ukrainern eingefroren. Dies sei eine vorläufige Massnahme bis EU-Sanktionen in Kraft treten, erklärte das österreichische Aussenministerium.

Konkret hat sich die Bundesregierung an die Österreichische Nationalbank gewandt, die dann wiederum eine Verordnung an die Banken erliess, die Konten einzufrieren.

«Mit der Verordnung der Nationalbank haben wir auch die entsprechende Rechtsgrundlage, um feststellen zu können, welche Vermögenswerte sich tatsächlich in Österreich befinden, und einen möglichen Missbrauch zu verhindern,» erklärte Aussenminister Sebastian Kurz.

Liechtenstein verhängt ebenfalls Sperre

Die ukrainische Regierung habe Österreich in jedem der 18 Fälle eine Begründung geliefert, warum das Konto eingefroren werden sollte. Es geht um den Verdacht von Menschenrechtsverletzungen beim blutigen Machtkampf in der Ukraine sowie um Korruptionsverdacht.

Noch am Freitag zog das Fürstentum Liechtenstein nach. Die Liechtensteiner Regierung folge der Schweiz und verfüge ebenfalls eine Sperre über allfällige Gelder des Janukowitsch-Clans im Fürstentum, sagte Daniel Thelesklaf, Direktor der Meldestelle für Geldwäscherei FIU, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Eine Strafuntersuchung sei nicht eingeleitet worden.

Verdacht auf Geldwäscherei

Die Genfer Staatsanwaltschaft eröffnete gegen Wiktor Janukowitsch und seinen Sohn Alexander ein Strafverfahren wegen Verdachts auf qualifizierte Geldwäscherei, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Die Genfer Staatsanwaltschaft sowie die auf Finanzdelikte spezialisierte Einheit der Kriminalpolizei nahmen am Donnerstag eine Hausdurchsuchung bei einer Firma vor, die sich im Besitz von Alexander Janukowitsch befindet.

Dabei wurden auch Dokumente abtransportiert. Die Staatsanwaltschaft machte am Freitag keine weiteren Angaben zum Verfahren. (sda)

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