Aktualisiert 20.06.2008 18:58

GenfGenfer Bijoutier wollte eigene Tochter töten

Ein Genfer Gericht hat einen 73-jährigen Bijoutier wegen versuchter vorsätzlicher Tötung seiner Tochter zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Sechs Monate davon muss er absitzen.

Da der Bijoutier schon sieben Monate in Untersuchungshaft sass, enfällt die Haftstrafe. Der Staatsanwalt hatte eine fünfjährige Freiheitsstrafe gefordert. Das Gericht anerkannte aber verminderte Zurechnungsfähigkeit beim Täter. Strafmildernd wirkte sich auch aus, dass er Reue zeigte.

Der Bijoutier hatte auf seine Tochter geschossen und sie schwer verletzt. Sie ist seither an den Rollstuhl gefesselt. Zum Familiendrama war es im August 2004 gekommen. Der Verurteilte, ein Armenier der in Genf ein Vermögen als Bijoutier erarbeitete, stand wegen Geldangelegenheiten im Streit mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn.

Auch am Tag des Dramas gab es Streit. Die Tochter, die im elterlichen Geschäft arbeitete, verlangte eine Lohnerhöhung, was den Vater in Rage versetzte. Mit einem Revolver schoss er vor den Augen seiner zwei Enkelkinder fünfmal auf seine Tochter. Ein Schuss traf ihre Wirbelsäule. Seit damals sind die Beine der Frau gelähmt.

Der Prozess erfolgte unter grossen Sicherheitsvorkehrungen. Die Verhandlungen waren ursprünglich auf letzten Oktober angesetzt gewesen. Da der Angeklagte damals auf dem Weg zum Gericht von einem Unbekannten angeschossen und schwer verletzt wurde, musste der Prozess neu angesetzt werden.

Der Täter ist immer noch nicht identifiziert. Der Schweigersohn wird verdächtigt, den Mordversuch in Auftrag gegeben zu haben.

(sda)

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