Aktualisiert 03.11.2009 15:22

Affäre GaddafiGenfer Justiz will Einsatzleiter verhören

Die Genfer Staatsanwaltschaft will den Polizisten vorladen, der im Juli 2008 die Verhaftung von Hannibal Gaddafi geleitet hat. Dieser hat die Rolle der Justiz bei der damaligen Aktion kritisiert.

von
Valérie Duby

Staatsanwalt Daniel Zapelli hat dem Vorsteher des Genfer Justiz- und Polizeidepartements, Laurent Moutinot, einen Brief geschrieben. Ziel seines Vorstosses ist es, den Polizisten zu verhören, der die Verhaftung von Gaddafis Sohn Hannibal im Juli 2008 geleitet hat. Der Polizist hatte die Rolle der Staatsanwaltschaft bei der Aktion kritisiert.

Sowohl eine schweizerische als auch eine libysche Delegation haben den Beamten bereits befragt. Das Ergebnis dieses Verhörs hat den Staatsanwalt nun zum Handeln veranlasst. Der Polizist, der zum Zeitpunkt der Verhaftung Sektionschef war, mittlerweile aber befördert worden ist, spielt gemäss 20minutes.ch seine eigene Rolle herunter.

Zugriff hätte noch heftiger ausfallen können

Der Einsatzleiter behauptet, die Staatsanwaltschaft sei über die Art des Vorgehens gegen Hannibal Gaddafi und seine schwangere Frau informiert gewesen. Zudem hat er offenbar erklärt, dass ohne seine Mitwirkung nicht nur 20 Polizisten in Zivil ins Hotel «Président» eingedrungen wären, sondern sogar ein Spezialkommando. Anders gesagt: Die Verhaftung hätte auf noch viel heftigere Weise erfolgen können. Die Genfer Polizei will die Aussagen ihres Mitarbeiters nicht kommentieren.

Regierungsrat Moutinot muss sich nun entscheiden, ob er auf die Forderung des Staatsanwalts eingehen will.

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