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StrafvollzugGenfer Regierung will mehr Platz für Häftlinge

Die Genfer Regierung will in den kommenden Jahren zusätzliche Gefängnisplätze bauen. Damit sollen die Platzprobleme in den Haftanstalten gelöst werden, wie es an einer Medienkonferenz vom Dienstag hiess.

Der Staatsrat plant den Ausbau der an das Untersuchungsgefängnis Champ-Dollon angrenzenden Haftanstalt La Brenaz bis ins Jahr 2014. Gegenüber den 68 Vollzugshäftlingen von heute soll La Brenaz 218 Vollzugshäftlinge aufnehmen können. Entlastet werden soll insbesondere Champ-Dollon, wo heute auch Vollzugshäftlinge untergebracht sind.

Zudem soll bis 2017 eine zusätzliche U-Haftanstalt mit 300 bis 400 Plätzen neben Champ-Dollon entstehen. Und in Absprache mit den Kantonen Waadt und Neuenburg will Genf rund 100 Plätze für die Ausschaffungshaft bereit stellen.

Bereits baureif ist das Projekt für ein Spezialgefängnis für psychisch-kranke Häftlinge. Baubeginn dafür ist im November.

Im Gegensatz dazu müssen die Ausbaupläne der Regierung nun vom Grossen Rat beraten werden. Dieser wird am 11. Oktober neu gewählt. Die Sicherheitsfrage ist eines der Genfer Wahlkampfthemen.

Das Genfer Untersuchungsgefängnis Champ-Dollon steht wegen Platzmangels im Ruf der ständigen Überbelegung. Wegen den prekären Platzverhältnissen kam es dort in der Vergangenheit wiederholt zu Protestaktionen - sowohl seitens der Inhaftierten als auch seitens des Personals. (sda)

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