Vertrauen missbraucht: Genfer Unternehmen in Betrugsfall verwickelt

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Vertrauen missbrauchtGenfer Unternehmen in Betrugsfall verwickelt

Sie haben betrogen und mindestens 180 Chinesen um ihr Geld geprellt. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) lässt in Genf zwei Finanzunternehmen auflösen.

Finanzplatz Genf: Hier betrogen zwei Unternehmen mindestens 180 Kunden.

Finanzplatz Genf: Hier betrogen zwei Unternehmen mindestens 180 Kunden.

Gleich zwei Finanzgesellschaften in Genf sollen sich im Zentrum eines internationalen Betrugs befinden, der chinesische Gläubiger geschädigt hat. Die Finma hat die Liquidation der beiden Gesellschaften angeordnet.

Dabei handelt es sich um die Firmen API Premiere und Alpen Asset Management. Die Liquidation sei am 26. Mai angeordnet worden, teilte die Finma am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zu entsprechenden Medienberichten mit.

Keine Banklizenz und zahlungsunfähig

Da die beiden Firmen ohne die nötige Banklizenz operiert hätten und insolvent sowie überschuldet seien, sei ein Liquidations- und Konkursverfahren eröffnet worden. Die Genfer Staatsanwaltschaft bestätigte ebenfalls die Eröffnung einer Untersuchung gegen API Premiere und Alpen Asset Management.

Bei Alpen Asset Management habe man 40 Kunden festgestellt. Die Summe der Aktiven belief sich auf eine halbe Million Franken, sagte Finma-Sprecher Vinzenz Mathys. Bei API Premiere handle es sich um 140 Kunden und eine Summe von 3,5 Millionen in einer unbestimmten Währung.

Traumhafte Renditen versprochen

Die beiden Firmen hatten ihren Kunden, die vor allem Chinesen waren, eine Devisenhandelsplattform geboten. Da sie nicht über die nötige Banklizenz verfügt hätten, seien sie auf die Schwarze Liste der Finma gesetzt worden, sagte Mathys. Die beiden Firmen seien vor allem ausserhalb der Schweiz tätig gewesen.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen 29'000 Chinesen Betrugsopfer der beiden Firmen sein, denen sie Zinsen von 10 Prozent pro Monat versprochen hätten. Auf den Konten sollen insgesamt über 1,2 Milliarden Dollar gelegen haben. Die Konten sollen im Januar geleert worden sein. (sda)

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