Aktualisiert 28.02.2012 16:43

Nach Tumult im Parlament

Genfer Wasser-Werfer darf nur noch zuschauen

Er warf im Parlament ein Glas Wasser - nun wird Eric Stauffer selber (hinaus)geworfen. Der Genfer Politiker ist für fünf Monate von allen Kommissionen ausgeschlossen worden.

Eric Stauffer - ein Politiker sieht rot.

In der Genfer Politik gehen zurzeit die Wogen hoch. Nach der Rücktrittsankündigung des Genfer Regierungsrates Mark Muller ist der Genfer MCG-Abgeordnete Eric Stauffer am Dienstag für fünf Monate von allen Kommissionen ausgeschlossen worden.

Eric Stauffer, Chef des rechtspopulistischen Mouvement Citoyens Genevois (MCG), hatte am letzten Freitagabend mitten in der Ratssitzung ein Glas Wasser gegen einen Ratskollegen geworfen. Zielscheibe war der FDP-Parlamentarier Pierre Weiss.

Stauffer hatte sich dermassen erhitzt, nachdem ihm Weiss nachgesagt hatte, verurteilt zu sein. Weiss bereitet zurzeit ein Gesetz vor, das allen Personen, die straf- oder zivilrechtlich verurteilt sind, verbietet, in einer kommunalen oder kantonalen Exekutive zu sitzen.

Rüge und Strafe für die Streithähne

Das Büro des Genfer Grossen Rates zitierte die beiden Streithähne am Dienstagmorgen zu einer Anhörung. Dem Urheber der Wasser-Glas-Attacke brummte es eine Disziplinarstrafe auf, während Weiss wegen seiner Äusserungen eine Rüge erteilt wurde.

Stauffer, der in drei Kommissionen sitzt und Mitglied des Ratsbüros ist, darf als Konsequenz während der nächsten fünf Monate an keinen Kommissionssitzungen mehr teilnehmen und keine Berichte verfassen, wie das Ratsbüro mitteilte. Der MCG-Abgeordnete habe mit seinem unwürdigen Verhalten das Ratsreglement verletzt.

Pikant an der Geschichte: Erst letzten Montag hatte Stauffer angekündigt, dass er als Nachfolger des an diesem Mittwoch zurücktretenden FDP-Baudirektors Mark Muller kandidieren wolle. Muller war über eine Prügelei mit einem Barmann gestolpert. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.