12.06.2015 12:45

PsychiatrieGenies und Wahnsinnige teilen sich das gleiche Gen

Viele äusserst kreative Menschen haben mit schweren psychischen Krankheiten zu kämpfen. Nun konnten Forscher zeigen, weshalb dem so ist.

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Kommt die Rede auf Kreativität und Wahnsinn, wird der niederländische Maler Vincent van Gogh immer als einer der Ersten genannt. Eine seiner produktivsten Phasen soll er in der Psychiatrie von Saint-Rémy gehabt haben.

Kommt die Rede auf Kreativität und Wahnsinn, wird der niederländische Maler Vincent van Gogh immer als einer der Ersten genannt. Eine seiner produktivsten Phasen soll er in der Psychiatrie von Saint-Rémy gehabt haben.

Keystone/Koen van Weel
Ebenfalls mit Dämonen soll  Franz Kafka gekämpft haben: «Unfähig, mit Menschen zu leben, zu reden. Vollständiges Versinken in mich. Stumpf, gedankenlos, ängstlich. Ich habe nichts mitzuteilen, niemals, niemandem.» Es heisst, dass er damit seine Erkrankung beschrieb.

Ebenfalls mit Dämonen soll Franz Kafka gekämpft haben: «Unfähig, mit Menschen zu leben, zu reden. Vollständiges Versinken in mich. Stumpf, gedankenlos, ängstlich. Ich habe nichts mitzuteilen, niemals, niemandem.» Es heisst, dass er damit seine Erkrankung beschrieb.

Keystone/AP/Miguel Tovar
Auch der spanische Maler Pablo Picasso litt zeitweise unter schweren Depressionen und starken Angstzuständen. Das geht aus seinen Briefen hervor. Sein Werk machte ihn unsterblich.

Auch der spanische Maler Pablo Picasso litt zeitweise unter schweren Depressionen und starken Angstzuständen. Das geht aus seinen Briefen hervor. Sein Werk machte ihn unsterblich.

Keystone/Yannick Bailly

Vincent van Gogh, Pablo Picasso, David Foster Wallace: Diese – und viele andere – Namen (siehe Bildstrecke) fallen immer dann, wenn es darum geht, zu belegen, dass Genie und Wahnsinn nah beieinander liegen.

Dass dem tatsächlich so ist, davon sind auch Forscher der Universität Newcastle überzeugt. Ihrer Studie aus dem Jahr 2005 zufolge teilen sich kreative Menschen nämlich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale mit schizophrenen Personen. Andere Wissenschaftler kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Erhöhtes erbliches Risiko

Jetzt legen ihre Kollegen vom King's College in London nach. Ihnen zufolge haben psychische Erkrankungen und Kreativität den gleichen genetischen Ursprung, wie sie im Fachjournal «Nature Neuroscience» berichten.

Für die Studie hatte das Team um Robert Power das Erbgut von über 86'000 Isländern untersucht und nach einem Zusammenhang zwischen Kreativität und psychischen Erkrankungen gesucht. Als kreativ wurden dabei Personen eingestuft, die als Schauspieler, Tänzer, Musiker, Schriftsteller oder bildende Künstler arbeiteten.

Die Auswertung zeigte, dass das erbliche Risiko für Schizophrenie und eine bipolare Störung bei den kreativen Teilnehmern deutlich grösser war als bei jenen, die weniger künstlerisch waren.

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