Konsum: Gentech-Eier zu Ostern
Aktualisiert

KonsumGentech-Eier zu Ostern

In Deutschland stammen die meisten Ostereier von Hühnern, die mit gentechnisch verändertem Futter ernährt werden. Deutsche Eier gibt es auch in der Schweiz.

von
Hans Peter Arnold
Ostereier: Steht die Produktion mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Verbindung?

Ostereier: Steht die Produktion mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Verbindung?

Die Umweltaktivisten von Greenpeace schlagen in unserem Nachbarland Alarm. Ein Grossteil der im Handel erhältlichen Eier stammen offenbar von Hühnern, welche auch mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Nur bei Eiern aus biologischer Produktion sowie speziell gekennzeichneten Eiern könnten die Konsumenten sicher sein, dass keine Gentechnik im Futter verwendet würde. Greenpeace hatte das Angebot von 15 Supermarkt-Ketten untersucht.

In den Regalen von Aldi liegen nur etwa 20 bis 30 Prozent Eier, die aus gentechnikfreier Fütterung stammen. Lidl wiederum machte gegenüber Greenpeace keine konkreten Angaben.

Beide Laden-Ketten expandieren in der Schweiz. Paloma Martino, Medienverantwortliche Lidl Schweiz, meint gegenüber 20 Minuten Online: «Lidl Schweiz bezieht sein Eiersortiment vollumfänglich von Schweizer Eierhändlern.» Sowohl für die 85 Prozent Schweizer Eier wie auch für das einzige Importprodukt würden Bestätigungen der Lieferanten vorliegen, «dass keine Eier von Legehennen stammen, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden». Ähnlich tönt es bei Aldi Suisse: Aldi-Kunden würden keine Gentech-Eier angeboten. Aldi-Sprecher Sven Bradke wörtlich: «Es gibt keine Anzeichen, hiervon betroffen zu sein.» Gegen Gentech-Eier wehrt sich auch die Migros. Sprecherin Monika Weibel: «Wir stellen dies über Richtlinien und entsprechende Kontrollen sicher.»

Coop: 11 Prozent Import-Eier

Schweizer Eier würden von Hühnern stammen, welche ohne Gentech-Futter ernährt worden seien, sagt Coop-Sprecherin Sabine Vulic. Bei Import-Eiern kann Coop dies jedoch nicht ausschliessen. Der Import macht 11 Prozent des Sortimentes aus. Vulic präzisiert: «Unsere Lieferantin für Import-Eier schreibt in ihren Richtlinien vor, dass es anzustreben ist, auf Gentech-Futter zu verzichten. Wir können aber noch nicht garantieren, dass alle ausländischen Produzenten so weit sind.»

Greenpeace: Kaum GVO-Futter in der Schweiz

Die Schweiz importiert zwar viel Futtermittel aus dem Ausland, insbesondere Soja aus Brasilien. Der Gentech-Anteil (GVO) dabei tendiert aber Richtung Null, meint Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz. Er verweist dabei auf die Statistik des Bundesamt für Landwirtschaft. Diese ist für Zenger insofern erstaunlich, als der weltweite Anbau weiterhin zunimmt. Am Wahrheitsgehalt der Statistik zweiflet Zenger nicht: «Analyseresultate, die im Rahmen von Stichproben vom Zoll oder von der Futtermittelkontrolle erhoben wurden, unterstützen die Richtigkeit der Zollstatistik.» Anders sieht gemäss Zenger die Situation bei importierten tierischen Produkten aus. Zenger: «Hier finden kaum flächendeckende Kontrollen statt und der Import von Eiern oder Fleisch von Tieren, die mit Gentech-Pflanzen gefüttert wurden, kann daher nicht ausgeschlossen werden.»

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