Aktualisiert 23.05.2012 21:25

Region BaselGentech-Raps wächst wild in Häfen

Greenpeace hat verbotenen Gentech-Raps gefunden und den Behörden übergeben. Im Interview gibt Robert Dudler über die Gefahren Auskunft.

von
Andrea Heeb Perrig
Greenpeace-Aktivisten sammeln am Hafen in Kleinhüningen verwilderte Gentech-Rapspflanzen.

Greenpeace-Aktivisten sammeln am Hafen in Kleinhüningen verwilderte Gentech-Rapspflanzen.

«Gentech-Raps ist eine Gefahr für die Umwelt und die

Gesundheit von Mensch und Tier», sagt Marianne Künzle von Greenpeace. Genmanipulierter Raps darf in der Schweiz weder als Lebens- noch als Futtermittel eingeführt werden. Trotzdem haben Greenpeace-Aktivisten gestern in den Häfen Kleinhüningen und St. Johann sowie im Auhafen Muttenz Gentech-Raps entdeckt. Die gemachten Quicktest vor Ort waren alle positiv. Bereits zuvor hatte Greenpeace Proben genommen: Von 136 getesteten Pflanzen waren 29 genmanipuliert. Labortest haben ergeben, dass es sich bei den verwilderten Pflanzen um die herbizidresistente Sorte GT73 des US-Agrochemiekonzerns Monsanto handelt. Greenpeace nimmt an, dass der Gentech-Raps beim Entladen von Schiffen und Güterzügen heruntergefallen ist. In der EU ist er als Futtermittel zugelassen und wird deshalb importiert.

Besseres Qualitätsmanagement gefordert

Die Aktivisten haben die eingesammelten Pflanzen den Behörden übergeben. Sie verlangen, dass diese die Kontrollen verschärfen. GT73 sei gegen das Totalherbizid Roundup resistent und kreuze sich zu einem Superunkraut, das dann auch gegen Giftduschen immun werde. Die Grüne Partei Schweiz fordert ein besseres Qualitätsmanagement bei den Importeuren und ein wachsameres Umweltmonitoring der Behörden. 2010 war am Bahnhof Lugano bereits Gentech-Raps entdeckt worden.

«Das zu verhindern, ist eine Illusion»

Robert Dudler*, bereitet Ihnen der Basler Gen-Raps Sorgen?

Robert Dudler: Nein. Ich will nichts verharmlosen, aber für Mensch und Natur ist der Gen-Raps keine Katastrophe. Das zeigt ein Blick nach Nordamerika: Dort wachsen auf Millionen Hektaren Gentechpflanzen, ohne dass die Biodiversität oder die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigt worden ist.

Greenpeace warnt aber, dass sich der Raps ausbreitet und zu Superunkraut kreuzen kann.

Man kann grundsätzlich nichts hundertprozentig ausschliessen. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist minim. Dennoch muss man den gefundenen Raps entfernen. Die Schweiz hat nun mal entschieden, dass sie keine Gen-Pflanzen will.

Wie kann man verhindern, dass neue Gen-Pflanzen spriessen?

Man sollte die Transportwege überprüfen. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass nicht immer wieder Gentech-Pflanzen gefunden werden.

Bereiten Ihnen genetisch veränderte Pflanzen Sorgen? Diskutieren Sie mit.

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