Aktualisiert 08.09.2009 12:31

UBS-Grübel«Genug Schlagzeilen über uns gelesen»

Die Grossbank UBS hat nach den Worten von Oswald Grübel die grössten Probleme hinter sich. Doch ein riesiges Problem liegt noch vor der UBS: der angeschlagene Ruf. Nun nimmt Grübel die Mitarbeiter in die Pflicht.

Viele Probleme hat die UBS in den letzten Monaten bewältigt: Grübel erwähnte in einer internen Mitteilung den Vergleich in der US-Steueraffäre, den Ausstieg des Bundes aus der UBS-Beteiligung, den ersten operativen Quartalsgewinn seit zwei Jahren sowie die Initiativen des Turnaround-Programms der Bank. Die Umsetzung sei nach Plan erfolgt. «Aber denken wir daran, dass keiner dieser Schritte uns über Nacht von allen Herausforderungen befreit oder rascher nach vorne gebracht hat», mahnte der UBS-Chef und forderte: «Wir müssen uns nachhaltig verändern.»

Der wichtigste Schlüssel dazu liege bei den Mitarbeitenden. «Gerade jetzt, wo wir einige unserer grössten Probleme hinter uns haben, müssen wir uns umso mehr intensiv um unsere Kunden kümmern», forderte Grübel und fügte hinzu: «Denn eines muss uns klar sein: Unsere Resultate haben sich zwar verbessert, man anerkennt gewisse Fortschritte, aber unsere Reputation ist nach wie vor beschädigt.»

Bitterer Nachgeschmack

Vor allem die Situation mit den USA hinterlasse bei den Kunden einen bitteren Nachgeschmack. Jetzt liege es an der UBS, zu zeigen, dass sie eine vertrauenswürdige Bank mit vertrauenswürdigen Mitarbeitenden sei. «Es gibt nichts Wichtigeres, und ich zähle auf das aktive Engagement von Ihnen allen, damit wir das Vertrauen Stück um Stück zurückgewinnen können», schrieb Grübel.

Er kündigte zudem die Schaffung einer «UBS Business University» an, die dafür sorgen soll, dass die Grossbank auf allen Stufen über die fähigsten Leute verfügt. Bei der Rückgewinnung des Vertrauens will Grübel nicht auf Werbekampagnen, öffentliche Versprechungen und aggressive Medienarbeit setzen. «Unsere Kunden haben genug Schlagzeilen über uns gelesen», erinnerte er das Personal, und weiter: «Wenn wir die Öffentlichkeit überzeugen wollen, müssen wir in erster Linie einen anhaltenden Tatbeweis erbringen, das braucht Zeit.» (dapd)

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