Paphos: Genuss in den Armen der Aphrodite
Aktualisiert

PaphosGenuss in den Armen der Aphrodite

Leben wie die Götter im östlichsten Land der EU: Die fruchtbare Insel Zypern kann ein Fest für die Sinne sein – man muss nur wissen, wo.

von
Gaudenz Looser
Geburtsort der Aphrodite: Hier entstieg die Göttin der Liebe den Fluten des Meeres (unten links). Ausblick aufs Meer von einer der Arenen (unten rechts).

Geburtsort der Aphrodite: Hier entstieg die Göttin der Liebe den Fluten des Meeres (unten links). Ausblick aufs Meer von einer der Arenen (unten rechts).

Kehrte Aphrodite, die Göttin der Liebe, als moderne Frau an ihren Geburtsort Zypern zurück – sie würde mit Sicherheit im Apokryfo Traditional Houses im Dörfchen Lofou absteigen. Mit viel EU-Geld und noch mehr Liebe zum Detail haben ein zypriotischer Architekt und seine Frau, eine Innendesignerin, fünf traditionelle Weinbauernhäuser im Dorfkern ins wohl kleinste Luxusresort der Welt mit 28 Betten verwandelt.

Versteckt von allem Trubel der Welt, mitten drin in der grandiosen Arena der zypriotischen Weinberge, ist alles da: ein Mini-Spa, ein Mini-Fitness-Center, ein Mini-Pool und sogar ein Mini-Kino – und eine unbezahlbar grosse Ruhe.

Wirklich glücklich würde Aphrodite aber dank Anthonis Piroutos, dem Koch und Chef des nur vierköpfigen Mitarbeiterstabs: Der gelernte Schuhdesigner zaubert in der Mini-Küche in aller verschmitzten Bescheidenheit ein fulminantes kulinarisches Konzert. Das typisch touristische zypriotische Überfluss-Mahl «Meze» wird einem sonst rasch leid: zu fett, zu derb, zu viel. Anthonis aber kocht dezent und variiert die traditionellen Speisen zu weltläufiger Leichtigkeit.

Hat man sich in einem der rustikal-luxuriösen Zimmer quasi in den Armen der Aphrodite ausgeschlafen, locken ausgedehnte Spaziergänge durch die ausserordentlich reiche Natur der ehemaligen Weinberge. Die allgegenwärtigen Steinmauern-Terrassen zeugen von einer eigentlichen Anbauschlacht, als der Wein noch industriell für die Sowjetunion angebaut wurde. Heute zerfallen die meisten Mauern; ihre Instandhaltung wird von der EU subventioniert.

Alle paar Kilometer trifft man auf eine Taverne, wo einem die sprichwörtliche zypriotische Gastfreundlichkeit sofort zu Herzen geht. Anthonis' Treffsicherheit als Sommelier ist so gross wie leider auch selten auf Zypern: Es empfiehlt sich daher, sich vor dem Befahren einer der sechs offiziellen Weinstrassen bei ihm kundig zu machen.

www.apokryfo.com

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