Aktualisiert 01.10.2010 13:43

Zeugungsfähigkeit

Genvariante macht Männer unfruchtbar

Eine neu entdeckte Erbanlage soll einem französischen Forscherteam nach dafür verantwortlich sein, dass vielen Männern eigener Nachwuchs verwehrt bleibt.

Spermien - bei Trägern der neu entdeckten Genvariante werden sie nicht zahlreich genug produziert. (Bild: Keystone)

Spermien - bei Trägern der neu entdeckten Genvariante werden sie nicht zahlreich genug produziert. (Bild: Keystone)

Eine Genvariante ist bei vielen Männern die Ursache von Unfruchtbarkeit. Die von französischen Forschern entdeckte Erbanlage geht nicht nur mit einer geringeren Produktion von Sexualhormonen einher, sondern kann auch die Entwicklung der Hoden beeinträchtigen. Betroffen davon sind etwa vier Prozent jener Männer, bei denen die Ursache der Zeugungsunfähigkeit unklar ist.

Etwa jedes siebte Paar hat Probleme mit dem Kinderwunsch. In etwa der Hälfte der Fälle liegt die Ursache beim Mann. «Viele Gene sind für die Produktion von Spermien essentiell, aber bisher wurden überraschend wenige Genveränderungen nachgewiesen, die die menschliche Spermienproduktion scheitern lassen», sagt Ken McElreavey vom Institut Pasteur in Paris.

Dazu zählt die Erbanlage NR5A1. Sie trägt die Bauanleitung für ein Protein, das die sexuelle Entwicklung vom Fetusstadium bis ins Erwachsenenalter reguliert. Wie eine Studie an mehr als 300 unfruchtbaren Männern zeigt, beeinträchtigen Mutationen des Gens die Bildung von Sexualhormonen und mitunter auch die Zellstruktur der Hoden. Bei mehr als 2.000 zeugungsfähigen Männern fanden die Forscher diese Genveränderungen nicht, wie sie im «Journal of Human Genetics» schreiben.

(dapd)

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