Gewinnwarnung: Georg Fischer auf Krise eingestellt
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GewinnwarnungGeorg Fischer auf Krise eingestellt

Wegen der eingebrochenen Nachfrage rechnet der Industriekonzern Georg Fischer im laufenden Jahr mit einer ausserordentlichen Belastung von 90 Mio. Franken. Dank eines Verkaufs reduziert sich der Betrag auf 50 Mio. Franken.

Von den drei Geschäftsfeldern von GF bleiben einzig Piping Systems ungeschoren, wie Konzernchef Yves Serra am Montagmorgen erklärte. Dieses Feld soll denn auch dank Akquisitionen und Investitionen wachsen.

Überhaupt wolle GF weniger auf zyklische Geschäfte und mehr auf langfristige Produkte wie etwa den Wassertransport setzen. Hinzu komme ein Abbau der Europa-Abhängigkeit, sagte Serra.

Einbruch in Autozulieferung

Trübe sieht es nach GF-Angaben in der Sparte Automotive aus. Dort schlug die Automobilkrise ab September sehr schnell durch. Die Überlastung der Werke kippte praktisch von einem Tag auf den anderen in eine Unterbelastung. Die Autoindustrie baut Lager ab, Bestellungen werden rar.

Wie lange diese Situation anhält, ist laut Serra nicht abschätzbar, Prognosen sind kaum möglich. GF überprüft derzeit sämtliche Standorte mit dem Ziel, die Kapazitäten an die Nachfrage anzupassen.

Im deutschen Werk wurde bereits Kurzarbeit eingeführt. Entlassungen sind nicht ausgeschlossen, GF prüfe alle Möglichkeiten, hiess es am Montag.

Konzentration bei AgieCharmille

Bei AgieCharmilles schlug sich die verringerte Investitionsbereitschaft nieder. Dies macht sich an den Produktionsstandorten ab Dezember bemerkbar, gewöhnlich ein Rekordmonat.

AgieCharmilles fokussiert die einzelnen Produktionsstätten in der Schweiz auf jeweils eine Technologie; also Fräsen, Drahterosion oder Senkerosion. Weltweit werden alle Standorte unter die Lupe genommen.

Der Einbruch kostet GF 90 Mio. Fr. an ausserordentlichen Belastungen. Dank des Verkaufs des Teils Verkehrstechnik von Automotive reduziert sich dieser Betrag auf 50 Mio. Franken. Nach eigenen Angaben verfügt GF unter Berücksichtigung der Nettoverschuldung über eine solide Bilanzstruktur mit einem Eigenkapitalanteil von über 40 Prozent. (sda)

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