Aktualisiert 08.09.2009 20:09

KriseGeorg Fischer streicht 281 Stellen

Der angeschlagene Industriekonzern Georg Fischer streicht wegen des anhaltenden Nachfragerückgangs 281 Stellen bei seiner Werkzeugmaschinen-Tochter GF AgieCharmilles. Betroffen sind die Standorte Meyrin GE, Losone TI, Nidau BE und Luterbach SO.

Der Abbau sei Bestandteil des laufenden Restruktruierungs- und Kostensenkungsprogramms, teilte Georg Fischer am Dienstagabend mit. Eine Konzernsprecherin präzisierte auf Anfrage, die wegfallenden Arbeitsplätze gehörten zu dem im Mai angekündigten Plan, zwischen Ende 2008 und Mitte 2010 konzernweit 2300 Stellen zu streichen, rund ein Viertel davon in der Schweiz.

Der weltweite Nachfragerückgang für Werkzeugmaschinen von über 50 Prozent wirke sich unvermindert stark auf den Geschäftsgang von GF AgieCharmilles aus. Eine kurzfristige Verbesserung sei nicht in Sicht. Es habe sich gezeigt, dass die bislang getroffenen Massnahmen nicht ausreichten.

GF AgieCharmilles werde nach dem Abbau noch rund 1000 Mitarbeitende in der Schweiz beschäftigen. An den vier betroffenen Standorten hält GF AgieCharmilles fest.

Hauptteil des Abbaus in Meyrin

Die Produktion von Elektroerosionsmaschinen (EDM) soll allerdings in Meyrin aufgegeben und in Losone zusammengefasst werden. Allerdings fallen auch in Losone 74 von 390 Stellen weg, während in Meyrin 168 der rund 400 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. In Meyrin verbleiben Aktivitäten wie das Marketing oder der Kundendienst.

Zusätzlich sollen in Luterbach, wo Hochleistungsspindeln für Fräsmaschinen hergestellt werden, 27 von 130 Stellen und am Standort Nidau (Fräsmaschinen) 12 von 250 Stellen aufgehoben werden. Nicht betroffen ist der Standort Flawil SG.

Für die betroffenen Mitarbeitenden bestehe ein Sozialplan. Die Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretungen laufen nun an. Mit dem Abbau von total 281 Stellen sei die Fokussierung der schweizerischen Standorte von GF AgieCharmilles «aus heutiger Sicht» abgeschlossen, hiess es.

GF-Chef Yves Serra erklärte im Communiqué, «wir glauben unvermindert an die Stärken des Forschungs- und Produktionsstandorts Schweiz». Er bedauere die mit der Redimensionierung verbundenen Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden sehr.

Tiefrote Zahlen

Neben GF AgieCharmilles ist der Schaffhauser Konzern in der Fahrzeugtechnik (GF Automotive) und in der Herstellung von Rohrleitungssystemen (GF Piping Systems) tätig. Er trägt schwer an den Folgen der globalen Rezession: Im ersten Halbjahr 2009 belief sich der Verlust auf 139 Mio. Franken, nach 109 Mio. Fr. Gewinn in der Vorjahresperiode.

Der Konzernumsatz schrumpfte um 39 Prozent auf 1,45 Mrd. Franken. Der Auftragseingang brach um fast die Hälfte auf 1,36 Mrd. Fr. ein.

(sda)

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