Aktualisiert 18.12.2008 16:58

Kaukasus-KonfliktGeorgien-Beratungen in Genf dauern an

Mit dem Südkaukasus-Konflikt haben sich in Genf zwei Arbeitsgruppen unter dem Dach der UNO befasst. In den Gesprächen ging es laut dem EU-Vertreter um die Gewährleistung der Sicherheit in der Region sowie um Flüchtlinge und Vertriebene.

Es sei keine Einigung erzielt worden über einen Mechanismus zur Verhinderung weiterer Gewaltausbrüche, sagte der Sondervertreter der Europäischen Union, Pierre Morel, der Nachrichtenagentur SDA am Nachmittag. Dies, obwohl grundsätzliche Übereinstimmung über dessen Notwendigkeit bestehe.

Alle für Donnerstagmittag geplanten Medienkonferenzen wurden zunächst verschoben, wie es aus Verhandlungskreisen hiess. Dies deutet auf intensive Beratungen hin.

Die Delegationen Russlands, Georgiens, der USA und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äusserten sich nicht zum Stand der Unterredungen. Die dritte Gesprächsrunde hatte am Mittwoch begonnen.

Russland geht seit seiner Anerkennung von Südossetien und Abchasien Ende August davon aus, dass die Statusfrage der abtrünnigen Gebiete damit abschliessend geklärt wurde und nicht zur Debatte steht. Erst in dieser Woche eröffnete Moskau dort eigene Botschaften.

Ein drängendes Problem ist jedoch das Schicksal zehntausender georgischer Flüchtlinge aus Abchasien und Südossetien. Die Führung in Tiflis hat den Bau von mehr als 6000 Unterkünften bis Jahresende angekündigt, damit die Menschen den Winter nicht in Zelten verbringen müssen.

Georgien und Russland hatten im August nach einem georgischen Einmarsch fünf Tage lang Krieg um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien geführt.

(sda)

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