«Besenrevolution»: Georgischer Folterskandal weitet sich aus
Aktualisiert

«Besenrevolution»Georgischer Folterskandal weitet sich aus

In Georgien wütet der Skandal um gefolterte Gefängnisinsassen weiter. Mittlerweile werden 16 Personen verdächtigt. Die Bevölkerung spricht von einer «Besenrevolution».

Der Skandal um Folterungen in den Gefängnissen der Südkaukasusrepublik Georgien zieht weitere Kreise. Inzwischen werden 16 Menschen verdächtigt, Gefangene vergewaltigt und gefoltert zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Tiflis am Donnerstag mit.

Unter ihnen seien auch der Leiter der Haftanstalt in Kutaissi im Westen des Landes sowie drei Funktionäre. Die am 18. September mit Videos aufgedeckten Misshandlungen im Strafvollzug erschüttern die Ex-Sowjetrepublik am Schwarzen Meer vor der Parlamentswahl am kommenden Montag (1. Oktober).

Seit Tagen protestieren deshalb Georgier landesweit gegen Gewalt. Sie verbrennen dabei auch Reisigbesen, wie sie Wärter für Schläge und Vergewaltigungen benutzt haben sollen. Deshalb macht in dem Land das Wort der «Besenrevolution» die Runde. Die Polizei nahm bei Strassenprotesten bisher rund 30 Regierungsgegner und Aktivisten fest.

Keine fairen Verfahren

Beobachter sprechen von einer aufgeheizten Stimmung in dem Land zwischen den beiden konkurrierenden Lagern um Präsident Michail Saakaschwili und den Milliardär Bidsina Iwanischwili von der Oppositionsbewegung Georgischer Traum.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte, dass Oppositionelle teils zu 40 Tagen Arrest verurteilt worden seien - ohne faire Verfahren. Georgien verletze damit seine internationalen Verpflichtungen, hiess es in einer Stellungnahme der Organisation. (sda)

Deine Meinung