Aktualisiert

Geothermie-Beben sorgen für Versicherungs-Boom

Die durch das Basler Geothermie-Projekt ausgelösten Erdbeben bescheren Versicherungs-Brokern zusätzliche Umsätze: Das Interesse an Erdbebenversicherungen steigt.

Nach dem ersten starken Erdstoss vom 8. Dezember verzeichneten die Erdbebenversicherer eine markant höhere Nachfrage, wie Radio DRS am Mittwoch meldete. Diese Erfahrung machte auch Pierre-André Luder von der Risk Management Service. Der Versicherungsbroker konnte im Januar gegen 60 Erdbeben-Policen abschliessen gegenüber rund 30 in einem normalen Monat.

Dass nach Erdbeben das Interesse an Versicherungen steigt, sei eine normale Erscheinung, sagte Luder gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Schnell flache ein Boom jedoch wieder ab.

Rund 1000 Kunden

Die Risk Management Service in Basel vermittelt seit 2001 Erdbebenversicherungen der britischen Lloyd's. Mittlerweile verfügt der Basler Versicherungsbroker über rund 1000 Kunden mit einer Erdbebenversicherung. Die meisten leben in der besonders gefährdeten Nordwestschweiz, wo die Sensibiltät laut dem Versicherungsfachmann besonders gross ist.

Zahlen musste Lloyd's für einen von Luders Versicherten indes noch nie. Bisher waren bei allen Erdbeben die Schäden tiefer als der Selbstbehalt, der mindestens fünf bis zehn Prozent beträgt. Dies werde auch bei Schäden der Fall sein, die auf das inzwischen sistierte Basler Geothermie-Projekt zurückgehen, ist Luder überzeugt.

Für ein Einfamilienhaus im Wert von einer halben Million Franken kostet die Prämie für die Erdbebenversicherung laut Luder 350 bis 500 Franken. Die Höhe richtet sich nach dem Selbstbehalt.

Pläne für Obligatorium

Nach Angaben des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV sind in der Schweiz derzeit die wenigsten Gebäude gegen Erdbeben versichert. Einzelne Gesellschaften bieten für Erdbebenschäden eine Zusatzversicherung an, die jedoch in der Regel mit einem hohen Selbstbehalt verbunden ist.

Eine flächendeckende obligatorische Erdbebenversicherung ist in der Schweiz seit Jahren ein Thema. Bis 2008 wollen kantonale und private Gebäueversicherungen ein Modell einführen, bei dem der Deckungsumfang in der Elementarschadenversicherung erweitert wird. Der Hauseigentumerverband Schweiz will indes von einem Obligatorium nichts wissen. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.