Aktualisiert 27.12.2016 01:58

Gefährdete JägerGeparden stärker bedroht als bislang angenommen

Heute leben noch knapp 7100 Geparden auf gerade einmal neun Prozent ihrer ursprünglichen Verbreitungsfläche in Afrika und Asien. Das schnellste Tier an Land droht auszusterben.

von
foa
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Der Grossteil der Raubkatzen ist in Afrika heimisch: Noch etwa 7000 Geparden leben vor allem südlich der Sahara (auf dem Bild im Maasai Mara National Reservat in Kenia). In Asien – genauer im Iran – sollen es weniger als 50 Tiere sein. (13. Februar 2012)

Der Grossteil der Raubkatzen ist in Afrika heimisch: Noch etwa 7000 Geparden leben vor allem südlich der Sahara (auf dem Bild im Maasai Mara National Reservat in Kenia). In Asien – genauer im Iran – sollen es weniger als 50 Tiere sein. (13. Februar 2012)

Keystone/EPA/DAI KUROKAWA
Vier kleine Geparden im Zoo Münster: Die ausserhalb der Schutzgebiete lebenden Tiere sind bedroht wegen Konflikten mit dem Menschen, Beuteknappheit durch Überjagung, Zerstückelung und Wegfall der Lebensräume sowie illegalem Handel mit den Tieren.

Vier kleine Geparden im Zoo Münster: Die ausserhalb der Schutzgebiete lebenden Tiere sind bedroht wegen Konflikten mit dem Menschen, Beuteknappheit durch Überjagung, Zerstückelung und Wegfall der Lebensräume sowie illegalem Handel mit den Tieren.

Keystone/DPA/ZOO MUENSTER/Joerg Adler
Bei der Jagd können sie eine Geschwindigkeit von etwa 90 Kilometern pro Stunde erreichen. Eine Geparden Mutter entspannt erstmals nach der Geburt mit drei von ihren sechs Jungen im Aussengehege des Burgers Zoo in Arnhem, Holland. (14. September 2016)

Bei der Jagd können sie eine Geschwindigkeit von etwa 90 Kilometern pro Stunde erreichen. Eine Geparden Mutter entspannt erstmals nach der Geburt mit drei von ihren sechs Jungen im Aussengehege des Burgers Zoo in Arnhem, Holland. (14. September 2016)

Keystone/AP Photo/Peter Dejong

Einst waren Geparden in weiten Teilen Afrikas und Asiens verbreitet. Inzwischen gibt es nur noch weit verstreut lebende Einzel-Populationen. Und Schätzungen für die Zukunft seien bisher viel zu optimistisch, warnen Forscher. Inzwischen gibt es nur noch weit verstreut lebende Einzel-Populationen. Und Schätzungen für die Zukunft seien bisher viel zu optimistisch, warnen Forscher.

Geparden sind vermutlich wesentlich stärker vom Aussterben bedroht als bislang angenommen. Nur noch knapp 7100 der Tiere lebten auf gerade einmal neun Prozent der ursprünglichen Verbreitungsfläche, berichten Forscher im Fachblatt «Proceedings» der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

«Stark gefährdet»

Sie plädieren dafür, den Gefährdungsstatus von Geparden auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) von «gefährdet» auf «stark gefährdet» hochzusetzen.

Der Grossteil der Raubkatzen ist in Afrika heimisch: Noch etwa 7000 Geparden (Acinonyx jubatus) streifen der Analyse zufolge vor allem südlich der Sahara durch Savannen und Steppen. In Asien – genauer im Iran – seien es weniger als 50 Tiere der Unterart Acinonyx jubatus venaticus.

Gepard Savanna hat GoPro umgeschnallt

Typisch für Geparden ist das goldgelbe Fell mit schwarzer Fleckzeichnung sowie der schmale, hochbeinige Körperbau, der an Windhunde erinnert. Obwohl die Tiere eine Kopf-Rumpf-Länge von 150 Zentimetern plus 70 Zentimeter Schwanz erreichen können und ihre Schulterhöhe 80 Zentimeter betragen kann, bringen es die Raubtiere nur auf ein Gewicht von etwa 60 Kilogramm.

Bis zu 90 Kilometer pro Stunde

Der für Katzen einzigartige Körperbau ermöglicht Geparden, bei der Jagd eine Geschwindigkeit von etwa 90 Kilometern pro Stunde zu erreichen, was sie zu den schnellsten Landtieren der Welt macht.

Ihre Lebensräume in Afrika sind weitreichend, zerstreut - und in vielen Fällen nicht besonders geschützt: Nur 23 Prozent der Lebensräume befinden sich in Schutzgebieten, wie die Wissenschaftler um Sarah Durant von der Zoologischen Gesellschaft von London berichten.

Die besonders überwachten Schutzzonen seien unzureichend, um die derzeit 33 Populationen vor dem Aussterben zu bewahren, betonen die Forscher. Zudem werde bisher nur aus den Beständen der Schutzzonen auf die künftige Entwicklung der weltweiten Geparden-Gruppen geschlossen – die Prognosen seien in der Folge viel zu optimistisch.

Die ausserhalb der Schutzgebiete lebenden Tiere seien wesentlich stärker bedroht – wegen Konflikten mit dem Menschen, Beuteknappheit durch Überjagung, Zerstückelung und Wegfall der Lebensräume sowie illegalem Handel mit den Tieren.

Koexistenz von Mensch und Tier

In ihrer Untersuchung führten die Forscher verschiedene Modellrechnungen durch, um die Entwicklung der Gepard-Populationen unter verschiedenen Voraussetzungen vorherzusagen. Insgesamt ergaben diese Berechnungen, dass sich die Bestände in den Schutzzonen in den kommenden Jahren unrealistisch stark vergrössern müssten, um die schrumpfenden Populationen ausserhalb der Schutzgebiete auszugleichen.

Deswegen endet die Studie mit einem Plädoyer für die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts für eben jene schrumpfenden Populationen, das eine Koexistenz von Mensch und Tier ermögliche. Ohne entsprechende Massnahmen, so das Fazit der Wissenschaftler, sei nicht nur das Fortbestehen von Geparden, sondern auch anderer bedrohter und ähnlich weiträumig lebender Arten zweifelhaft. (foa/sda)

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