30.11.2018 08:10

Lehrer finanziert ComputerGepimptes Schulzimmer darf bis Sommer bleiben

Kleiner Erfolg für den Schlieremer Lehrer Achermann: Er muss seine selbst bezahlten Computer statt im Februar erst im Juli aus seinem Schulzimmer räumen. Trotzdem kündigt er.

von
som
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Ein Lehrer hat in Schlieren sein Schulzimmer mit privatem Material aufgerüstet, unter anderem mit Computern. Die Schulpflege fordert, dass diese nun verschwinden.

Ein Lehrer hat in Schlieren sein Schulzimmer mit privatem Material aufgerüstet, unter anderem mit Computern. Die Schulpflege fordert, dass diese nun verschwinden.

Der Lehrer hat seine Stelle im Schulhaus Kalktarren deshalb gekündigt. Damit fallen auch die beliebten Zusatzkurse weg.

Der Lehrer hat seine Stelle im Schulhaus Kalktarren deshalb gekündigt. Damit fallen auch die beliebten Zusatzkurse weg.

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Seine Schüler versuchen nun die Schulpflege umzustimmen und haben Flugblätter aufgehängt und Unterschriften gesammelt.

Seine Schüler versuchen nun die Schulpflege umzustimmen und haben Flugblätter aufgehängt und Unterschriften gesammelt.

Die Schulpflege Schlieren kommt dem Lehrer Stefan Achermann (54) ein bisschen entgegen: Er darf seine selbst finanzierten Computer noch bis zum Sommer in seinem Schulzimmer lassen – also so lange, wie er noch im Schulhaus Kalktarren arbeitet. «Für seine Nachfolge werden nun die notwendigen Schritte eingeleitet», teilte FDP-Stadträtin und Schulpräsidentin Bea Krebs am Donnerstag mit.

Der Lehrer hatte für rund 70'000 Franken privat Material für seine Sekschüler gekauft – unter anderem für zusätzliche Computer, Sessel und Unterrichtsmaterialien. Die zuständige Schulpflege wollte jedoch, dass er die Computer bis zu den Sportferien aus seinem Schulzimmer entfernt, damit eine neue IT-Infrastruktur installiert werden könne. So sollten für alle Lehrer und Schüler die gleichen Voraussetzungen geschaffen werden.

«Kündigung ist unabwendbar»

Dieser Entscheid hat Achermann so sehr enttäuscht, dass er nach vielen Jahren an der Schule Schlieren seine Kündigung einreichte. «Die Schulpflege bedauert, dass die Schüler eine beliebte Lehrperson verlieren», schreibt Krebs. Ebenfalls schreibt sie, dass die geplanten Umbauarbeiten der IT-Infrastruktur auf die Sommerferien verschoben werden.

Trotzdem bleibt es bei der Kündigung, wie Achermann auf Anfrage sagt: «Ich wurde vollständig überrumpelt vom Zuspruch für meine Privatinitiative und der medialen Berichterstattung.» Ein Rückzug der Kündigung wäre für ihn unter anderen technischen Bedingungen durchaus möglich gewesen: «Dass es dazu nicht kommen wird, ist zwar bedauerlich für die Schüler und die initiativen Eltern. Am Schluss war sie aber wohl unabwendbar.»

Schüler sind traurig

Dass seine Infrastruktur doch noch bis Ende Schuljahr bleiben darf, sei vernünftig, so Achermann: «So kann ich meine Arbeit wenigstens noch gut abschliessen und der wohl letzten Schlieremer Schülergeneration solche Startvorteile bieten.»

Seine Schüler indessen sind traurig. Sie haben Unterschriften gesammelt, dass der beliebte Lehrer noch mindestens eineinhalb Jahre bleibt – vergeblich. Schüler Mihajlo S. (14): «Jetzt müssen sich seine Schüler im letzten Jahr an einen neuen Lehrer gewöhnen.»

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