Mehrere Delikte: Geplündert und zwei Frauen verprügelt
Aktualisiert

Mehrere DelikteGeplündert und zwei Frauen verprügelt

Ein mehrfach vorbestrafter Schweizer hat in Opfikon nicht nur den Glattpark ausgeräumt, sondern auch in einer Discothek zwei Frauen verprügelt. Nun muss der junge Vater für zehn Monate ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady

«Warum kommen sie immer wieder mit dem Strafgesetz in Konflikt?», wollte der Gerichtsvorsitzende Peter Marti vom bereits neunfach vorbestraften Schweizer wissen. «Weil ich bisher zu wenig Gedanken über meine Zukunft gemacht habe», antwortete der geständige Beschuldigte, der sich erneut gleich für mehrere Delikte zu verantworten hatte.

Ausbildungszentrum Glattpark geplündert

Erstens war der heute 25-jährige Vater eines Kindes in der Nacht auf den 29. November 2010 zusammen mit zwei Komplizen in das Ausbildungszentrum Glattpark in Opfikon eingebrochen. Dabei richteten die drei Männer einen erheblichen Sachschaden von über 10 000 Franken an, indem sie Bürotüren zerstörten und Flüssigkeiten ausleerten. Die Diebe gingen professionell vor und konnten Videoausrüstungen sowie Computeranlagen für rund 26 000 Franken entwenden.

Zwei Frauen attackiert

Bereits am 27. Februar 2011 kam der Angeklagte erneut mit dem Strafgesetz in Konflikt. Diesmal in der berüchtigten Zürcher Discothek «Q», wo er in den frühen Morgenstunden wegen eines Anrempelns beim Tanzen an zwei angetrunkene Frauen geriet und beide Geschädigten körperlich attackierte. Dem ersten Opfer verpasste er einen Faustschlag ins Gesicht, wobei dieses zu Boden stürzte und sich einen Bruch des Augenhöhlenbodens zuzog. Die zweite Geschädigte packte er am Hals und stiess sie weg. Zwei Wochen später drohte er der zweiten Frau am Telefon, dass er ihr wegen ihrer Strafanzeige den Kopf abhacken werde.

Schon in Bülach 10 Monate unbedingt

Im letzten Sommer musste sich der überführte Beschuldigte zuerst vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Dieses verurteilte ihn wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Körperverletzung, Drohung und Tätlichkeiten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Der Verteidiger hatte sich vergebens für eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten eingesetzt und legte Berufung ein.

Höhere Strafe wäre angemessen gewesen

Der Rechtsanwalt verwies auf die jüngste positive Entwicklung seines Klienten aus Zürich-Nord. So habe er heute nicht nur eine feste Arbeitsstelle, sondern auch eine ebenso fest Freundin. Da er sich seit über einem Jahr wohlverhalten habe, sei ihm eine letzte Chance zu gewähren. In der Form einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Der Antrag hatte keine Chance. So bestätigten die Oberrichter den Bülacher Entscheid umfassend. Mit dem klaren Hinweis, dass der junge Mann aufgrund der schweren Delikte eigentlich eine viel höhere Freiheitsstrafe von zwei Jahren unbedingt verdient hätte. Allerdings konnte das Obergericht gar nicht mehr höher gehen. So hatte die Staatsanwaltschaft das Bülacher Urteil akzeptiert und deshalb auf eine Berufung verzichtet. So blieb es bei den zehn Monaten, die der Beschuldigte noch in Halbgefangenschaft verbüssen kann.

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