Rodersdorf SO - Gequälte Kuh war trächtig, jetzt wurde sie getötet
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Rodersdorf SOGequälte Kuh war trächtig, jetzt wurde sie getötet

Gegen einen Rodersdorfer Landwirt und Ex-Gemeinderat wird wegen Tierquälerei ermittelt. Eine trächtige Kuh, die er mit brutalen Massnahmen ruhig stellte, ist inzwischen tot. Tierschützer haben eine Demo angekündet.

von
Lukas Hausendorf
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In Rodersdorf SO wurde eine Kuh mit einem Nasenring, der mit einer Kette beschwert war, gequält. Das Tier war trächtig und wurde inzwischen getötet.

In Rodersdorf SO wurde eine Kuh mit einem Nasenring, der mit einer Kette beschwert war, gequält. Das Tier war trächtig und wurde inzwischen getötet.

Basel Animal Save
Die Solothurner Kantonstierärztin hat ein Verfahren wegen Tierquälerei eröffnet.

Die Solothurner Kantonstierärztin hat ein Verfahren wegen Tierquälerei eröffnet.

Basel Animal Save
Der beschuldigte Landwirt war bis vor kurzem Gemeinderat in Rodersdorf und bildete auch Lehrlinge aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der beschuldigte Landwirt war bis vor kurzem Gemeinderat in Rodersdorf und bildete auch Lehrlinge aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Privat

Darum gehts

  • Gegen einen Landwirt in Rodersdorf SO wurde ein Verfahren wegen Tierquälerei eröffnet.

  • Er hatte am Nasenring einer Kuh eine schwere Kette mit Gewichten angebracht.

  • Die Kuh war trächtig und wurde inzwischen getötet, wie Tierschützer und Tierschützerinnen herausgefunden haben.

Aktivisten und Aktivistinnen der Tierschutzorganisation Basel Animal Save machten den Fall Mitte August publik. Ein Landwirt in der Leimentaler Gemeinde Rodersdorf stellte eine Kuh auf seinem Hof mit einem Nasenring still, die mit einer Kette beschwert war. Nasenringe sind bei Kühen verboten. Gegen den Bauern, der bis vor kurzem auch Mitglied des Rodersdorfer Gemeinderats war, hat das Solothurner Veterinäramt ein Verfahren wegen Tierquälerei eingeleitet, das nun bei der Staatsanwaltschaft liegt.

Wie die Tierschutzorganisation am Donnerstag meldete, ist die gequälte Kuh inzwischen getötet worden. Das Tier sei überdies trächtig gewesen. Olivier Bieli von Basel Animal Save sagte auf Anfrage, dass seiner Organisation dies aus «sicherer Quelle» zugetragen worden sei. Das Solothurner Veterinäramt konnte dazu wegen des laufenden Verfahrens auf Anfrage keine Auskunft geben.

Die Misshandlung der Kuh mit dem beschwerten Nasenring soll laut Basel Animal Save aufgrund ihres Verhaltens erfolgt sein. «Die brutale Massnahme zur Ruhigstellung der betroffenen Kuh erfolgte wohl, weil diese in ihrer Trächtigkeit ein unerwünschtes Verhalten an den Tag legte.» Um die starken Schmerzen nicht noch zusätzlich zu verstärken, habe das misshandelte Tier wohl stunden- oder gar tagelang in einer möglichst ruhigen Position verharrt, schreibt die Organisation in ihrer Mitteilung. Bieli vermutet, dass die trächtige Mutter und ihr ungeborenes Kind wohl kurzerhand getötet worden seien, «um weiterem Ärger aus dem Weg zu gehen».

Tierschützer und -schützerinnen demonstrieren im Dorf

Die Tierschutzorganisation hat zu einer Kundgebung am Samstag in Rodersdorf aufgerufen. Diese sei vom Gemeinderat bewilligt worden, so Bieli. Die Demonstration findet im Dorf statt. «Wir gehen bewusst nicht zum Hof, um den Landwirt und seine Familie nicht zu bedrängen», erklärt er.

Der beschuldigte Landwirt möchte «weiterhin nichts zu den Vorwürfen sagen», wie er auf Anfrage mitteilte.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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