Aktualisiert 13.08.2009 16:24

HürdenlaufGeradeaus rennen findet Lisa Urech öde

Der ganz grosse Wurf ist von Lisa Urech an der WM in Berlin noch nicht zu erwarten. Aber die junge Hürdensprinterin ist die grosse Schweizer Zukunftshoffnung.

von
Marcel Allemann

Gestern ist die 13-köpfige Schweizer Delegation nach Berlin abgereist. Als Erste steht Lisa Urech bereits heute im Einsatz. Sie kann schon mal die Anlagen testen, da sie für die Schweiz einen U23-Länderkampf bestreitet. «Das ist ideal, so kann ich das Stadion und die Abläufe kennenlernen», findet die Emmentalerin. Ihre grosse Stunde schlägt dann am Dienstag, wenn die Vorläufe über 100 m Hürden auf dem Programm stehen.

Urech liess an den Schweizer Meisterschaften Anfang Monat in Zürich mit der Zeit von 13,01 Sekunden aufhorchen. Dennoch rechnet sie noch nicht mit dem Knacken der ominösen 13-Sekunden-Marke, mit der sie dann auch internationales Gewicht bekommen würde. «In Zürich hat alles zusammengepasst. Ich muss jedoch erst meine Technik so weit stabilisieren, dass ich regelmässig in diese Region laufen kann.» Für Berlin hat sich Urech deshalb in erster Linie vorgenommen «Erfahrungen zu sammeln und einen technisch sauberen Lauf abzuliefern. Von der Zeit her erhoffe ich mir das Niveau um 13,20 zu erreichen.»

Urech ist erst am Anfang einer Karriere, die aufgrund ihres Talentes an der Weltspitze gipfeln könnte. Doch wie kommt eine junge, hübsche Frau eigentlich dazu, sich beim Laufen auch noch Hindernisse in den Weg stellen zu lassen? «Nur geradeaus rennen langweilt mich. Der Hürdensprint ist vor allem technisch eine grosse Herausforderung. An jeder Hürde kann man Zeit gewinnen oder verlieren», beschreibt Urech das Spiel zwischen ihr, den Hürden und der Uhr. «Gring ache u seckle» wie einst bei Anita Weyermann – das geht bei Lisa Urech nicht.

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