Im Wodka-Rausch: Gerast und Unfall gebaut
Aktualisiert

Im Wodka-RauschGerast und Unfall gebaut

Nach einer feuchtfröhlichen Geburtstagsparty in Rümlang ist der betrunkene Chauffeur eines Lieferwagens mit rund 140 km/h über die Autobahn gerast und hat einen Unfall gebaut. Nun muss der Basler Rückfalltäter über 10 000 Franken abliefern.

von
Attila Szenogrady

Im Normalfall trinkt der heute 25-jährige Angeklagte aus der Stadt Basel keinen Alkohol. In der Nacht auf den 22. September 2007 machte er jedoch eine Ausnahme. Anlässlich einer Geburtstagsparty eines Freundes trank der Sprinklermonteur in einer Bar in Rümlang (ZH) mehrere Gläser Wodka.

Angetrunken Unfall gebaut

Als der Angeklagte um vier Uhr das Fest verliess, machte er den entscheidenden Fehler. Obwohl er mindestens 1,25 Promille Alkohol im Blut hatte, startete er den Motor seines Lieferwagens und fuhr damit auf die Nordring-Autobahn in Richtung Basel. Schon bald machte sich der Rausch bemerkbar. So raste er bei Regensdorf mit 141 km/h statt 100 km/h über den Asphalt. Nach dem Gubristtunnel passierte es: Als er einen Personenwagen überholen wollte, verlor er die Herrschaft über den Wagen und krachte in das Fahrzeug des unschuldigen Lenkers hinein. Der Lieferwagen landete schliesslich in der Leitplanke. Beide Männer hatten grosses Glück und kamen mit einem Schrecken davon.

Hohe Geldstrafe und fünfjähriges Fahrverbot gefordert

Die Ermittlungen ergaben, dass der junge Angeklagte bereits zwei einschlägige Vorstrafen auf dem Kerbholz hatte. So wurde er unter anderem im Frühling 2006 vom Strafgericht Basel-Stadt zu einer gerade noch bedingten Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt.

Für den zuständigen Staatsanwalt kam deshalb mit einem Antrag auf eine teilbedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 90 Franken nur noch eine harte Sanktion in Frage. Die Hälfte der 21 600 Franken sollte der Kosovo-Albaner bezahlen. Zudem eine Busse von 1000 Franken. Nicht zuletzt forderte der Ankläger ein richterliches Fahrverbot für fünf Jahre.

Strafe ja, aber kein Fahrverbot

Da der nicht verteidigte Angeklagte am Dienstag vor dem Bezirksgericht Dietikon ein umfassendes Geständnis ablegte, ging der Prozess schnell über die Bühne. Für den Angeschuldigten sprach die Tatsache, dass er inzwischen ein Lernprogramm besucht hat. Zudem ist er seit über zwei Jahren nicht mehr straffällig geworden.

Bei der Strafzumessung folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Was bedeutet, dass der Angeklagte weit über 10 000 Franken bezahlen muss. So beträgt alleine die zusätzliche Gerichtsgebühr 3000 Franken.

Mehr Glück hatte der Basler beim Fahrverbot, auf welches des Gericht verzichtete und auf eine fehlende gesetzliche Grundlage hinwies.

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