FCZ vs. GC: Gereizte Stimmung vor dem Derby

Aktualisiert

FCZ vs. GCGereizte Stimmung vor dem Derby

Am Sonntag stehen sich FCZ und GC zum ersten Mal nach dem abgebrochenen Derby vom Oktober 2011 gegenüber. Die Stimmung rund um das Stadtrivalen-Duell ist im Vorfeld angespannt.

von
Eva Tedesco
Beim 227. Zürcher Stadtderby bleibt die Südkurve gesperrt. Aber die Fans dürfen trotzdem ins Stadion, was viele Gemüter erregt. (Freshfocus)

Beim 227. Zürcher Stadtderby bleibt die Südkurve gesperrt. Aber die Fans dürfen trotzdem ins Stadion, was viele Gemüter erregt. (Freshfocus)

Für das Zürcher Derby am Sonntag werden nach den Vorfällen bei der letzten Begegnung keine Tickets verkauft. Zutritt zum Letzigrund erhalten lediglich FCZ-Jahreskarten-Inhaber. Auch jene, die sonst in der Südkurve ihren Platz haben. Gegen einen Aufpreis von 30 Franken erhalten sie Zutritt im Sektor A, der Haupttribüne. Und das, obwohl die Disziplinarkommission der Liga die beiden Fan-Kurven gesperrt hat. Das wiederum erregt die Gemüter. Der Tenor: Der neutrale Zuschauer wird mit Ausschluss vom Derby bestraft, während die Verursacher des Spielabbruchs noch belohnt werden.

Zur Erinnerung. Am 2. Oktober 2011 waren FCZ-Fans aus dem vergitterten Fan-Block geklettert und auf der Tartanbahn in Richtung GC-Kurve gelaufen. Dabei hat ein FCZ-Anhänger eine Petarde in die Zuschauer auf der Gegentribüne geworfen und Menschen gefährdet. Schiedsrichter Sascha Kever brach das Derby ab. GC gewann das Spiel forfait. Beide Klubs wurden mit je 50 000 Franken Busse und der Schliessung der Fan-Kurven im nächsten Stadtrivalenduell bestraft.

FCZ-Präsident Canepa in der Kritik

Für den Ausschluss der Nicht-Jahreskarteninhaber steht Klub-Präsident Ancillo Canepa in der Kritik. Am FCZ-Talk letzten Donnerstag im «Giardino verde» in Uitikon fiel es dem Präsident sichtlich schwer, sich zu dem Thema nicht hochemotional zu äussern. «Es ist ungewöhnlich, sicher – aber es ist so. Wir haben uns mit der Polizei, der Regierung und mit der Swiss Football League abgesprochen und volle Unterstützung erhalten. Was hätten wir denn tun sollen, um die feindlichen Fan-Gruppen zu trennen? Beim normalen Ticketverkauf hätten wir doch nicht gewusst, ob es sich um einen GC- oder FCZ-Fan handelt. Die Jahreskarten-Besitzer sind registriert und deshalb ist klar, aus welchem Lager der Käufer ist.»

Um das Spiel doch zu sehen, planen die GC-Fans ein Public Viewing beim Escher-Wyss-Platz. Polizei und Sicherheitskräfte können aber nicht ausschliessen, dass die beiden Lager nicht doch aneinandergeraten. «Auch das hat eine Rolle in unseren Sicherheitsüberlegungen gespielt. Nur so (mit dem Entscheid nur FCZ-Jahreskarteninhaber ins Stadion zu lassen, Anm. d. Red.) können wir das Risiko reduzieren, dass es ausserhalb des Stadions zu Ausschreitungen kommt», sagt Canepa, während er überzeugt ist, dass es im Stadion friedlich bleiben wird.

Schwarzen Peter nicht mehr hin- und herschieben

«Mutig» bezeichnet Heinrich Schifferle die Entscheidung des FCZ. Der Präsident der Swiss Football League fände es falsch, wenn man den FC Zürich für die Lösung kritisiere. «Das Risiko, dass es ausserhalb des Stadions Theater gibt, wäre gross gewesen. Ich finde es respektabel, dass der FCZ das Urteil, das sicherlich stossend ist, akzeptiert und keinen Rekurs eingelegt hat. Bei den unschönen Vorfällen rund um Xamax und den vielen hängigen Verfahren mit Sion hätte das dem Schweizer Fussball noch gefehlt.»

Aber auch dem SFL-Boss ist klar, dass die Liga eine stringentere Führung in der Fan- und Sicherheitsproblematik anstreben muss. «Wir können die Probleme nicht alleine lösen, aber wir müssen einen Roten Faden vorgeben. Bis Anfang März muss mir Christian Schöttli, unser Sicherheitsverantwortlicher, ein Konzept vorlegen. Danach entscheiden wir im Komitee in welche Richtung wir gehen können. Auf jeden Fall müssen wir aufhören, den Schwarzen Peter hin- und herzuschieben.»

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