Aktualisiert 16.05.2019 11:43

1 Jahr nach Umzug

Gerettete 100-Tonnen-Buche muss gefällt werden

Im Zentrum von Schlieren muss eine 100-Tonnen-Blutbuche gefällt werden. Sie wurde erst im Februar 2018 spektakulär gerettet und versetzt.

von
som
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Der Blutbuche im Zentrum von Schlieren geht es schlecht.

Der Blutbuche im Zentrum von Schlieren geht es schlecht.

Stadt Schlieren
Wie die Stadt Schlieren am Donnerstag, den 16. Mai 2019, mitteilte, musste sie gefällt werden.

Wie die Stadt Schlieren am Donnerstag, den 16. Mai 2019, mitteilte, musste sie gefällt werden.

Entsetzt über die geplante Fällung ist auch Figen Oezkizilirmak. Sie wollte die Buche giessen, doch wegen den vielen Brenneseln kam sie nicht durch.

Entsetzt über die geplante Fällung ist auch Figen Oezkizilirmak. Sie wollte die Buche giessen, doch wegen den vielen Brenneseln kam sie nicht durch.

Im Februar 2018 wurde im Schlieremer Zentrum eine 70 bis 80-jährige Rotbuche versetzt, weil sie der Limmattalbahn Platz machen musste. Die Rettungsaktion war spektakulär. Anlässlich der Routinekontrollen musste nun aber festgestellt werden, dass sich der Baum in einem schlechten Zustand befindet und gefällt werden muss, teilte die Stadt Schlieren am Donnerstag mit. In etwa drei bis vier Wochen soll es soweit sein.

«Das tut enorm weh», sagt der zuständige Stadtrat Stefano Kunz (CVP). Noch im Februar 2018 hatte der Ressortvorsteher Bau und Planung beim Umzug der Buche allen Grund zur Freude. Noch nie wurde ein Baum in dieser Grössenordnung versetzt. Man entschied sich zu diesem Schritt, nachdem ein Teil der Bevölkerung sich gegen die Fällung des Baumes gewehrt und zur Rettung eine Petition mit 4700 Unterschriften eingereicht hatte.

Das Video zeigt die Rettung der Buche

Trockenheit war für die Buche ein Problem

«Leider war die Buche mit ihren 90 Tonnen enorm schwer, so dass wir für den Transport den Wurzelballen verkleinern mussten.» Sonst wäre es nicht möglich gewesen, die Rotbuche 150 Meter weit zu bewegen. Trotzdem sei man optimistisch gewesen, dass der Baum auch am neuen Ort wachse: «Dazu braucht es aber sehr viel Wasser.» Doch im letzten Sommer habe es kaum geregnet.

Zwar habe man ein Pflegekonzept gehabt und den Baum bei der extremen Trockenheit regelmässig bewässert: «Im Spätsommer haben wir dann die Pflege intensiviert.» Dazu gehörte etwa die Beschattung und die Düngung des Baumes: «Im Nachhinein muss man sagen, dass wir diese Massnahmen früher hätte ergreifen sollen.» Doch dies sei schwierig vorhersehbar gewesen.

«Hoffentlich protestieren viele Leute gegen die Fällung»

Entsetzt über die geplante Fällung ist auch Figen Oezkizilirmak (44). Sie kämpfte mit der IG Blutbuche für den Erhalt des Baumes und will dies auch jetzt wieder tun: «Ich hoffe, dass ganz viele Leute anreisen und gegen die Fällung protestieren.» Sie ist überzeugt: «Man muss dem Baum Zeit geben, damit er sich erholen kann.» Zudem sagt sie, dass die Stadt die Buche zu wenig bewässert habe: «Ich glaube, sie war da nachlässig. Im letzten Sommer war es enorm trocken rund um den Baum.»

Diese Kritik weisst Stadtrat Kunz vehement zurück: «Unsere Mitarbeiter sorgen sehr gut für unsere Bäume.» Es sei einfach eine extreme Situation gewesen. Leider könne man die Fällung schon aus Sicherheitsgründen nicht verhindern: «Ein grosser Teil der Buche ist tot. Sie verliert viele Äste, die Passanten verletzten könnten.» Man werde aber dafür sorgen, dass an ihrer Stelle ein würdiger Ersatz gepflanzt werde.

«Wir bereuen die Investition nicht»

Die Kosten für die Versetzung der Buche von rund 160'000 Franken wurden im letzten Jahr grösstenteils von der BMB Group und privaten Geldgebern übernommen, dazu kamen Beiträge von Schlieren und der Limmattalbahn AG. Natürlich sei dieses Geld nun verloren, so Kunz: «Trotzdem bereuen wir die Investition nicht.»

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