Aktualisiert 15.07.2014 14:39

Ein Kater auf Reisen

Gerettete Katze falschem Halter übergeben

Eine Woche auf einem Baum ausgeharrt und danach dem falschen Besitzer ausgehändigt: Kater Mikesch aus Steffisburg machte eine harte Zeit durch.

von
Thomas Kohler

Rettung mit verspätetem Happy-End: Eine Woche lang kämpfte die Feuerwehr Steffisburg Regio Anfang Juli, um die 4-jährige Katze Meitli von einer rund zehn Meter hohen Esche bei der Schönaubrücke in Steffisburg zu retten. «Es war eine unendliche Geschichte», so Guido Sohm, Kommandant der Feuerwehr, gegenüber dem «Thuner Tagblatt». «Sobald wir uns der Katze näherten, fauchte sie uns an und kletterte von Ast zu Ast davon.» Schlussendlich gelang es der Feuerwehr mithilfe eines Fischernetzes beim dritten Versuch, die völlig dehydrierte Katze vom Baum zu holen und dem Besitzer zu übergeben. So fand das Abenteuer von Meitli ein Ende - dachte man.

Nicht Katze «Meitli» sondern Kater «Mikesch»

Zur selben Zeit gab Andrea Zürcher die Hoffnung, ihren vermissten Kater Mikesch zu finden, beinahe auf. Dieser war seit dem 17. Juni verschwunden. Am Samstag der Rettungsaktion wurde sie von ihrem Freund auf die Katze auf dem Baum aufmerksam gemacht. «Es hatte schon genügend Leute dort, deshalb sind wir nicht hingegangen», sagt Zürcher. Sie habe dabei auch gar nicht an Mikesch gedacht, da dieser normalerweise auf der anderen Seite des Hauses ins Freie gehe. Sie ahnte nicht, dass sich zu diesem Zeitpunkt gerade jemand anderes auf den Weg gemacht hatte, um ihre Katze in Empfang zu nehmen. Als sie am nächsten Montag Bilder von der Rettungsaktion sah, konnte sie es fast nicht glauben: Auf dem Bild war nicht die Katze Meitli, sondern ihr Kater Mikesch abgebildet. «Ich wusste in den ersten zwei Sekunden, dass es mein Mikesch ist», sagt Zürcher, «sein Blick und das auffällig lange Schnurrhaar verrieten ihn.»

Mit Flyer auf falsche Katze aufmerksam gemacht

Zürcher erkundigte sich darauf hin bei der Feuerwehr und der Polizei. Aus Datenschutzgründen gaben ihr diese aber nicht den Namen des vermeintlichen Besitzers an, sondern nur eine Wohnadresse. Am nächsten Tag hatte die verzweifelte Besitzerin von Mikesch mehr Glück. Sie erhielt von der Polizei die Nummer des neuen Besitzers. Dieser hatte inzwischen auch bemerkt, dass es sich nicht um seine Katzendame Meitli, sondern um einen fremden Kater handle. Er meldete sich darauf hin bei der Polizei und machte mit Flyern auf die Findelkatze aufmerksam.

So konnte Andrea Zürcher kurze Zeit später ihren Mikesch glücklich in Empfang nehmen. Da der 8-jährige Kater vor seiner Reise ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen gehabt habe, habe er die Zeit problemlos überstanden. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen Mikesch nach drei Wochen nochmals wiedersehen würde», sagt die Besitzerin über den abenteuerlustigen Kater.

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