Aktualisiert 04.01.2014 08:49

«Akademik Shokalskiy»Gerettete Passagiere sind auf dem Heimweg

Die Behörde erwägen Schadenersatzforderungen an den Versicherer der «Akademik Shokalskiy». Mittlerweile sind die geretteten Wissenschaftler wieder Richtung Tasmanien unterwegs.

Hilfe für das an der Rettungsaktion beteiligte chinesische Schiff ist laut der australischen Seesicherheitsbehörde nicht nötig. Mittlerweile erwägen die Behörden jedoch Schadenersatzforderungen an den Versicherer der «Akademik Shokalskiy».

Die geretteten Passagiere der in der Antarktis festgefrorenen «Akademik Shokalskiy» haben am Samstag ihre Heimreise fortgesetzt. Die australische Seesicherheitsbehörde Amsa entliess den Eisbrecher «Aurora Australis», auf dem sich die 52 Wissenschaftler und Touristen befinden, am Samstag aus der Pflicht, dem chinesischen Schiff «Snow Dragon» beizustehen, das an der Rettungsaktion beteiligt war.

Hubschrauber gehörte zur «Snow Dragon»

Die Passagiere der «Akademik Shokalskiy» waren am Donnerstag nach zehn Tagen im Eis per Hubschrauber von ihrem festgefrorenen Forschungsschiff geholt und zur wartenden «Aurora Australis» gebracht worden. Der Hubschrauber gehört zur «Snow Dragon». Deren Besatzung meldete am Freitag, ihr Schiff drohe am Rande des Packeises ebenfalls festzufrieren.

Daraufhin blieb die «Aurora Australis» etwa elf Kilometer nördlich der «Snow Dragon» liegen. Es handelte sich laut Amsa um eine Vorsichtsmassnahme. Mittlerweile habe der Kapitän der «Snow Dragon» jedoch erklärt, dass sein Schiff in Sicherheit sei und keine Unterstützung benötige, hiess es in einer Mitteilung der Amsa vom Samstag.

Für den chinesischen Eisbrecher dauerten die Probleme am Samstag jedoch an. Ein Versuch der «Snow Dragon», sich durch das Packeis zu bewegen, scheiterte. Ein Reporter der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, der sich an Bord des Schiffs befand, berichtete, ein Eisberg sei über Nacht aufgetaucht und habe die Route des Eisbrechers blockiert.

Erschöpft aber gesund

Nach Aussage eines der geretteten Passagiere der «Akademik Shokalskiy» sind seine Mitreisenden erschöpft, aber gesund und erleichtert. Allerdings habe die jüngste Verzögerung für Frustration gesorgt, schrieb der australische Arzt und Fotograf Andrew Peacock in einer E-Mail, bevor das Schiff seine Reise fortsetzen konnte. Die «Aurora Australis» wird Mitte Januar auf der australischen Insel Tasmanien erwartet.

Die australischen Behörden kündigten an, die Kosten für die Rettung bei dem russischen Versicherer der «Akademik Shokalskiy» einzufordern. Ein Sprecher des australischen Umweltministeriums erklärte, die Aktion koste den Steuerzahler rund 400 000 Australische Dollar (gut 260 000 Euro) und habe zudem das staatliche Forschungsprogramm in der Antarktis unterbrochen. «Der Vorfall ist eine Erinnerung an alle, die im Südpolarmeer tätig sind, dass die Sicherheit über alles andere gestellt werden muss», hiess es in der Erklärung des Ministeriums. (sda)

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