Aktualisiert 20.06.2011 17:19

SchmerzensgeldGericht befasst sich mit Eva-Herman-Zitat

Die umstrittenen Hitler-Aussagen der früheren Nachrichtensprecherin Eva Herman beschäftigen jetzt auch den Deutschen Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

von
mor

In letzter Instanz wird der Pressesenat des Bundesgerichtshof (BGH) darüber entscheiden, ob das «Hamburger Abendblatt» die Buchautorin mit ihren Äusserungen zur Rolle der Familie, zur Nazi-Zeit und zur 68er-Bewegung falsch zitierte und hierfür Schmerzensgeld bezahlen muss.

30 500 Franken Schmerzensgeld

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hatte den Springer-Verlag am 28. Juli 2009 zu umgerechnet 30 500 Schweizer Franken Schmerzensgeld verurteilt. Die Zeitung habe die umstrittenen Äusserungen nicht richtig wiedergegeben.

Herman hatte 2007 bei der Vorstellung ihres neuen Buches vor Journalisten gesagt: «Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das - alles, was wir an Werten hatten - es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben…»

Das «Hamburger Abendblatt» fasste diese Äusserung damals folgendermassen zusammen: «In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich, da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut, z. B. die Wertschätzung der Mutter, die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat.» (mor/dapd)

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