Islamischer Zentralrat: Gericht bearbeitet Berufung wegen Terror-Propaganda
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Islamischer ZentralratGericht bearbeitet Berufung wegen Terror-Propaganda

IZRS-Chef Nicolas Blancho und sein Sprecher Qaasim Illi haben Werbung für die Terrororganisation al-Qaida betrieben und kassierten dafür je eine bedingte Freiheitsstrafe, entschied das Bundesstrafgericht. Dagegen legten die beiden Berufung ein.

von
Céline Krapf
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Im Mai 2018 mussten sich IZRS-Chef Nicolas Blancho (Mitte), Sprecher Qaasim Illi (2. von rechts) und IZRS-Kulturproduzent Naim Cherni (rechts) vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten.

Im Mai 2018 mussten sich IZRS-Chef Nicolas Blancho (Mitte), Sprecher Qaasim Illi (2. von rechts) und IZRS-Kulturproduzent Naim Cherni (rechts) vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten.

20 Minuten

Darum gehts

  • Wegen Terrorpropaganda wurden IZRS-Chef Nicolas Blancho und -Sprecher Qaasim Illi im Oktober verurteilt.

  • Die zwei Vorstandsmitglieder kassieren eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 und 18 Monaten.

  • Sie legten dagegen Berufung ein.

Für das Gericht ist klar: Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) hat Terrorpropaganda betrieben. Der Chef Nicolas Blancho und der Sprecher Qaasim Illi wurden im Oktober zu bedingten Freiheitsstrafen von 15 und 18 Monaten auf drei Jahre verurteilt. Ob es dabei bleiben soll, überarbeitet derzeit das Bundesstrafgericht.

Die zwei Männer haben gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen al-Qaida und Islamischer Staat verstossen, indem sie mit zwei Filmen Propaganda für eine terroristische Organisation gemacht haben.

Dabei geht es insbesondere um ein Interview mit dem Anführer des syrischen Ablegers der Terrororganisation al-Qaida, das der IZRS im November 2015 via Social Media publiziert und aktiv beworben hatte. Einen Monat später eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen den Ersteller Naim Cherni. Er wurde drei Jahre später zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt. Im gleichen Hauptverfahren im Sommer 2018 standen auch Illi und Blancho das erste Mal vor dem Bundesstrafgericht.

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