Nachlassstundung: Gericht entscheidet über Zukunft von Heimat-Zigaretten
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NachlassstundungGericht entscheidet über Zukunft von Heimat-Zigaretten

Weil die Hanf-Zigaretten-Firma Koch und Gsell auf offenen Rechnungen in der Höhe von mehreren Millionen sitzt, droht den Heimat-Zigaretten das Aus. Am Freitagnachmittag entscheidet das Kreisgericht Rorschach über den Nachlassvertrag .

von
Jeremias Büchel
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20’000 Päckli Zigaretten werden derzeit pro Woche produziert. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

20’000 Päckli Zigaretten werden derzeit pro Woche produziert. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

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Unter der Marke Heimat wurden die ersten Zigaretten aus Schweizer Tabak produziert. 

Unter der Marke Heimat wurden die ersten Zigaretten aus Schweizer Tabak produziert.

Heimat wurde vor allem bekannt, weil sie die ersten legalen Hanf-Zigaretten auf den Markt brachten.  

Heimat wurde vor allem bekannt, weil sie die ersten legalen Hanf-Zigaretten auf den Markt brachten.

Darum gehts

  • Das Unternehmen Koch und Gsell aus Steinach SG brachte als erstes CBD-Zigaretten auf den Markt.
  • Unter der Marke Heimat waren die Zigaretten rund um den CBD-Hype sehr gefragt.
  • Das Unternehmen ist überschuldet und hat Nachlassstundung beantragt.
  • Das Gericht entscheidet nun über den Nachlassvertrag.

Als erstes Unternehmen brachte Koch und Gsell unter der Marke Heimat legale Hanfzigaretten auf den Markt. Zudem lancierte Heimat die ersten Zigis mit Schweizer Tabak. Das Unternehmen wollte die Glimmstängel ursprünglich von externen Produzenten herstellen lassen. «Doch das hat nicht funktioniert», wie es bei Koch und Gsell heisst. «Die Zigaretten waren entweder bockhart oder zerbröselten.» Da die Qualität den Ansprüchen nicht entsprochen hat, entschied sich das Unternehmen, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen. Doch die Produktion in der Schweiz ist teuer. Maschinen mussten angeschafft und Personal geschult werden.

Grosser Brocken bei Zollverwaltung

In der Folge blieben diverse Rechnungen unbezahlt liegen. Allein bei der Eidgenössischen Zollverwaltung sollen sechs Millionen Franken offen sein, bei der Steuerverwaltung rund eine halbe Million. Auch ein Maschinenlieferant und Tabakbauern warten auf ihr Geld.

Am Freitagnachmittag wird nun bekannt gegeben, ob das Kreisgericht Rorschach den Nachlassvertrag bewilligt. Dann entscheidet sich, ob das Unternehmen in Konkurs geht. Stimmt das Gericht dem Vertrag zu, könnte das Unternehmen über die Runden kommen. Laut eigenen Angaben schreibe Koch und Gsell seit Ende 2019 schwarze Zahlen. Pro Woche werden laut SRF rund 20’000 Päckchen Zigaretten produziert.

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