Gericht in Santa Maria gleicht einer Festung
Aktualisiert

Gericht in Santa Maria gleicht einer Festung

Vor der Verlesung der Anklageschrift wegen Kindesmissbrauchs gegen Popstar Michael Jackson haben sich die Behörden im kalifornischen Santa Maria für einen Ansturm seiner Fans gewappnet.

Das Gerichtsgebäude der Stadt wurde für den Termin am Freitag mit Barrikaden und Zäunen abgeriegelt, rund 100 Sicherheitskräfte sollten für Ordnung sorgen. Erwartet wurden mehr als 1.000 Fans und mindestens 130 Medienvertreter. Am Donnerstagabend versammelten sich bereits dutzende Anhänger Jacksons auf dessen nahe gelegener Neverland-Ranch mit Kerzen zu einer Mahnwache.

Mit der Anklageverlesung rückt ein Prozess näher. Vor Gericht sollten Jackson am Freitag seine neuen Anwälte zur Seite stehen. Der führende Verteidiger Thomas Mesereau wollte sich vorab nicht äussern. Er wies darauf hin, dass er erst seit vier Tagen mit dem Fall betraut sei. Darüber hinaus gebiete es auch der Respekt vor dem Richter, nicht mit den Medien zu sprechen. Der Inhalt der Anklageschrift wird bislang geheim gehalten.

Ursprünglich wurde dem 45-jährigen «King of Pop» unzüchtiges Verhalten gegenüber einem Kind unter 14 Jahren in mehreren Fällen vorgeworfen. Auch soll er einen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und missbraucht haben. Jackson kann auf nicht schuldig im Sinne der Anklage plädieren oder eine Stellungnahme ablehnen, wenn sein Anwalt geltend macht, mehr Zeit für eine Prüfung der Anklageschrift zu benötigen.

Jackson hatte seine bisherigen Verteidiger, die Staranwälte Mark Geragos und Benjamin Brafman, am Wochenende entlassen und ein neues Team unter Leitung von Mesereau angestellt. Er erklärte, er benötige Anwälte, die sich ganz auf seinen Fall konzentrieren könnten, da sein Leben auf dem Spiel stehe. Beobachter warteten gespannt darauf, wie Jackson vor Gericht auftreten würde. Bei einem früheren Gerichtstermin im Januar hatte er auf einem Autodach einige Tanzschritte ausgeführt und seine Fans zu einer Feier nach Neverland eingeladen. Dieses Verhalten war in Expertenkreisen auf Befremden gestossen.

Unbestätigten Quellen zufolge soll Jackson sich inzwischen stärker auf den Rat seines Bruders Randy verlassen und weniger auf die umstrittene muslimische Organisation Nation of Islam. Der Sänger befindet sich gegen Zahlung von drei Millionen Dollar Kaution auf freiem Fuss. (dapd)

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