Gericht schützt Mädchen vor Genitalverstümmelung
Aktualisiert

Gericht schützt Mädchen vor Genitalverstümmelung

In Deutschland dürfen Gerichte die Rechte von ausländischen Eltern einschränken, wenn dadurch eine den Töchtern drohende Genitalverstümmlung verhindert werden kann.

Das entschied der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Das höchste deutsche Gericht schränkte damit das Sorgerecht einer Mutter aus Gambia ein, um deren 1998 geborene Tochter vor einer rituellen Verstümmelung der Genitalien zu schützen. Damit wurde die Revision der Mutter gegen ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden zurückgewiesen.

Der BGH bezeichnete in seinem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss die Beschneidung eines Mädchens «eine grausame, folgenschwere und durch nichts zu rechtfertigende Misshandlung», die mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren sei.

Die Genitalverstümmelung wird in etwa 28 afrikanischen Staaten praktiziert. Weltweit sind es nach Angaben der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes in Tübingen jährlich etwa zwei Millionen Mädchen.

Bei dem blutigen Ritual werden Klitoris und Schamlippen mit oft primitivem Gerät entfernt und die Vagina in vielen Fällen zudem bis auf ein kleine Öffnung zugenäht. An dem Eingriff sterben Schätzungen zufolge etwa fünf bis zehn Prozent der Opfer.

(sda)

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