Kriminalgericht Luzern – Gericht verurteilt mehrfachen Raser zu 30 Monaten Freiheitsstrafe
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Kriminalgericht LuzernGericht verurteilt mehrfachen Raser zu 30 Monaten Freiheitsstrafe

Weil er mehrfach zu schnell unterwegs war, stand ein Mann vor dem Luzerner Kriminalgericht. Das Gericht verurteilte ihn zu 30 Monaten Freiheitsstrafe, sechs davon unbedingt.

von
Gianni Walther
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Weil ein 23-Jähriger mehrfach zu schnell gefahren war, musste er sich vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.

Weil ein 23-Jähriger mehrfach zu schnell gefahren war, musste er sich vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.

Luzerner Gerichte
Der Mann war in mehreren Fällen zu schnell unterwegs und erfüllte dabei auch mehrfach den Rasertatbestand (siehe Box).

Der Mann war in mehreren Fällen zu schnell unterwegs und erfüllte dabei auch mehrfach den Rasertatbestand (siehe Box).

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Der Autofahrer hatte sich bei den Fahrten teilweise auch gefilmt. In weiteren Fällen wurde er von einem Beifahrer gefilmt.

Der Autofahrer hatte sich bei den Fahrten teilweise auch gefilmt. In weiteren Fällen wurde er von einem Beifahrer gefilmt.

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Darum gehts

  • Verschiedene Male hat ein heute 23-Jähriger Strassenverkehrsregeln missachtet und war zu schnell unterwegs.

  • In fünf Fällen fuhr er so schnell, dass der Rasertatbestand erfüllt ist.

  • Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon sechs Monate unbedingt.

Ein 23-jähriger Mann ist vom Luzerner Kriminalgericht verurteilt worden, weil dieser mehrfach gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen hatte. So war der Mann in den Jahren 2018 und 2019 in den Kantonen Luzern, Bern, Aargau und Solothurn in verschiedenen Fällen mit dem Auto zu schnell unterwegs. Dabei hatte der Autofahrer innerorts, ausserorts und auch auf Autobahnen Höchstgeschwindigkeiten missachtet.

Der Mann hatte «gleich fünf Mal gegen die sogenannte Rasernorm als schwerste Tat verstossen», heisst es im Urteil. Damit sei er «durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen.» So hatte der 23-Jährige etwa in Rothrist AG gleich zwei Raserfahrten gemacht: In einem Fall überholte er in einer Nacht im September 2019 ausserorts mit 150 km/h zwei Autos. Erlaubt ist an dieser Stelle jedoch nur Tempo 80.

Autofahrer filmte sich beim Rasen

«Der Beschuldigte blendete das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern weitgehend aus», so das Urteil. Er selbst hatte ausgesagt, dass er die Strecken, auf denen er zu schnell unterwegs war, gekannt hat. Er habe auch gewusst, zu welcher Zeit auf den Strecken Autos unterwegs sind und wann keine. Fast alle Fahrten wurden auch gefilmt – entweder vom Verurteilten selbst oder von einem Beifahrer.

Der Mann hatte gemäss dem Urteil Höchstgeschwindigkeiten «in krasser Weise» missachtet und «egoistisch, rücksichtslos und verwerflich» gehandelt. Es sei jedoch auch zu berücksichtigen, «dass der Beschuldigte die Grenze zum Rasertatbestand in allen Fällen nur relativ knapp überschritten hat», heisst es weiter.

Freiheitsstrafe, Geldstrafe und Busse

In verschiedenen weiteren Fällen missachtete der Mann zulässige Höchstgeschwindigkeiten, hatte dabei aber den Rasertatbestand nicht erfüllt. Weiter machte er sich strafbar, indem er während der Fahrt ein Telefon benutzt hat. Und: Der 23-Jährige war auch mit dem Auto unterwegs, nachdem ihm bereits der Fahrausweis entzogen worden war.

Das Kriminalgericht verurteilt den 23-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon sind gemäss dem Urteil sechs Monate unbedingt zu vollziehen. Für die übrigen 24 Monate gilt bei einer Probezeit von vier Jahren der bedingte Vollzug. Weiter wird der Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 8000 Franken verurteilt (160 Tagessätze zu je 50 Franken) und er muss eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Rasertatbestand

Als Raser im juristischen Sinn gelten jene Fahrzeuglenker und Fahrzeuglenkerinnen, die durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das Risiko eines Unfalls mit möglich Schwerverletzten/Todesopfern eingehen. Dazu zählt unter anderem eine krasse Überschreitung der Tempolimite: So müssen Fahrzeuglenkende beispielsweise in einer 30er-Zone über 40 km/h, innerorts über 50 km/h, ausserorts über 60 km/h und auf Autobahnen über 80 km/h zu schnell fahren, damit von einem Rasertatbestand gesprochen werden kann.

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