Andelfingen ZH: Gericht verurteilt Polizistin nach Schüssen auf Einbrecher
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Andelfingen ZHGericht verurteilt Polizistin nach Schüssen auf Einbrecher

Eine Zürcher Kantonspolizistin wurde wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung verurteilt. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde sie jedoch freigesprochen.

von
Lucas Orellano
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Die verurteilte Polizistin arbeitet bei der Kantonspolizei Zürich (Symbolbild).

Die verurteilte Polizistin arbeitet bei der Kantonspolizei Zürich (Symbolbild).

Keystone
Bei einer Fahndung im Mai 2016 schoss sie einen Einbrecher an (Symbolbild).

Bei einer Fahndung im Mai 2016 schoss sie einen Einbrecher an (Symbolbild).

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Vom Bezirksgericht Andelfingen wurde sie zu 300 Tagessätzen à 80 Franken verurteilt. Dies bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde die Polizistin freigesprochen (Symbolbild).

Vom Bezirksgericht Andelfingen wurde sie zu 300 Tagessätzen à 80 Franken verurteilt. Dies bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde die Polizistin freigesprochen (Symbolbild).

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Darum gehts

  • Eine Kantonspolizistin wurde wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 80 Franken verurteilt.
  • Sie habe nicht in Notwehr gehandelt, befand der Richter. Aber es sei auch kein Vorsatz erkennbar.
  • Die Tat ereignete sich im Mai 2016. Die Polizistin schoss bei einer Fahndung auf einen Einbrecher.

Das Bezirksgericht Andelfingen verurteilte eine Kantonspolizistin wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Total muss sie eine Geldstrafe von 24’000 Franken in 300 Tagessätzen à 80 Franken bezahlen. Dies jedoch bedingt, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde die Polizistin freigesprochen. Dies berichtet der «Landbote».

Die Tat ereignete sich im Frühling 2016. Die Kantonspolizistin, erst drei Jahre zuvor vereidigt, schoss bei einer abendlichen Fahndung in Ossingen ZH auf einen Einbrecher und verletzte ihn schwer. Der Mann begab sich ins Spital, wo er später verhaftet wurde.

Nicht in Notwehr gehandelt

Nach ihren eigenen Angaben hielt die Polizistin das Auto, in dem sie den Mann erkannt hatte, im Vorbeifahren an und rief: «Halt, Polizei, oder ich schiesse.» Durch das heruntergelassene Fenster schoss sie auf den Fahrer, der am Unterarm getroffen wurde, aber dennoch losfuhr. Die Polizistin gab daraufhin zwei weitere Schüsse auf das davonfahrende Auto ab, wovon einer das Fahrzeug traf.

Vor Gericht gab sie an, der Mann habe eine «abrupte Vorwärtsbewegung» gemacht. Sie habe seine Hände nicht mehr gesehen und Angst gehabt, er greife zu einer Waffe und wolle sie angreifen.

«Sie hätten mehr Geduld haben müssen»

Notwehr wollte der vorsitzende Richter allerdings nicht gelten lassen, wie der «Landbote» schreibt: «Ich glaube Ihnen, dass Sie sich bedroht gefühlt haben. Aber Sie hätten in jenem Moment mehr Geduld haben müssen. Sie haben suboptimal gehandelt.» Die Frau habe nicht vorsätzlich gehandelt, aber es sei auch ganz klar keine Notwehr gewesen.

Der Einbrecher, ein Kosovare, wurde in der Zwischenzeit wegen Einbrüchen verurteilt und des Landes verwiesen. Sein Anwalt hatte Schadenersatz verlangt, was das Gericht jedoch ablehnte. Die Polizistin erhält jedoch ihre Anwaltskosten teilweise entschädigt.

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