«Parkplatzmörder»: Gericht weist Berishas Beschwerde ab
Aktualisiert

«Parkplatzmörder»Gericht weist Berishas Beschwerde ab

«Parkplatzmörder» Bashkim Berisha ist mit seiner Beschwerde beim Kassationsgericht abgeblitzt. Ob er das Urteil ans Bundesgericht weiterzieht, ist unklar.

von
Ronny Nicolussi
Im August 2009 wurde Bashkim Berisha vom Zürcher Obergericht zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt.

Im August 2009 wurde Bashkim Berisha vom Zürcher Obergericht zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt.

Das Kassationsgericht des Kantons Zürich hat die Beschwerde von Bashkim Berisha abgewiesen. Dies geht aus einem Beschluss vom vergangenen Montag hervor, der 20 Minuten Online vorliegt. Berisha hat nun 30 Tage Zeit, um gegen sein Urteil vor Bundesgericht Beschwerde einzureichen. Ob er dies tun wird, bleibt zunächst noch unklar. Berishas Verteidiger, Adrian Blätter, wollte sich auf Anfrage zum Entscheid des Kassationsgerichts nicht äussern.

Berisha hatte gegen das Urteil des Zürcher Obergerichts beim Kassationsgericht aus formalen Gründen Beschwerde erhoben. Er hatte geltend gemacht, das Obergericht habe Beweise willkürlich gewürdigt und den Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» verletzt. Das Kassationsgericht sah dies indessen anders. Ebenfalls anderer Meinung war das Gericht bei der Kritik Berishas an der «widersprüchlichen Urteilsbegründung», am psychiatrischen Gutachten und am so genannten Beschleunigungsgebot. Abschliessend kam es zum Schluss, «dass die Beschwerde in keinem Punkt durchzudringen vermochte.» Was zur Abweisung der Beschwerde führte.

Mann wegen eines Parkplatzes erschossen

Der ehemalige Thaiboxweltmeister aus Winterthur hatte im Februar 2005 auf einem Parkplatz in Dübendorf einen 26-jährigen Mazedonier durchs offene Autofenster erschossen. Die beiden Männer waren wegen Berishas ungünstig parkiertem Auto aneinandergeraten.

Im August 2009 hatte das Obergericht den Kosovaren der vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Berisha akzeptierte in der Folge den Schuldspruch, nicht aber das Strafmass. Er hätte eine Strafe von maximal acht Jahren für angemessen empfunden, wie sein Anwalt damals sagte. Blättler hatte einen Freispruch gefordert.

Ins Ausland geflüchtet

Der heute 31-Jährige hatte sich nach der Tat ins Ausland abgesetzt. Nach seiner Flucht wurde er Mitte Oktober 2005 im Kosovo festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt. Am 28. Mai 2007 bewilligte das Oberste Gericht Kosovos die Auslieferung in die Schweiz als dritte und letzte Instanz.

Erst mit der Zustimmung des besonderen Vertreters des Generalsekretärs der UN-Übergangsbehörde Unmik konnte die Übergabe Anfang Juli 2007 erfolgen. Berisha war der erste Auslieferungsfall überhaupt aus dem Kosovo an die Schweiz und bildete einen Präzedenzfall. Normalerweise liefern Länder eigene Staatsbürger nicht an ein Drittland aus.

Immer wieder Gewalt

In Winterthur, wo Berisha in den 90er Jahren mit seiner Familie hinzog, erlangte er schnell einen gewissen Ruf. Immer wieder wendete der stadtbekannte Kosovare bei Auseinandersetzungen rohe Gewalt an. Bei einem Streit in einem Restaurant schlug er zwei Polizisten spitalreif. Sein Umgang mit Gewalt wurde auch im Dokumentarfilm «Bashkim» thematisiert.

Daneben feierte Berisha auf höchstem Niveau sportliche Erfolge. Im Thai-Boxen erkämpfte er sich Ende der 90er Jahre einen Junioren-Schweizermeister-Titel. 2002 wurde er gar Weltmeister.

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