Grüne St. Gallen warnt - Gerüchte um illegale Wolfstötungen kursieren im Toggenburg

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Grüne St. Gallen warntGerüchte um illegale Wolfstötungen kursieren im Toggenburg

Diesen Sommer häuften sich Berichte von Wolfsrissen in der Ostschweiz. Die SVP St. Gallen forderte bereits vehement einen Wolfsabschuss. Nun kursieren Gerüchte um illegale Wolfstötungen im Toggenburg.

von
Pascal Eicher
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Im Toggenburg sollen Gerüchten zufolge illegale Wolfstötungen geplant sein (Symbolbild).

Im Toggenburg sollen Gerüchten zufolge illegale Wolfstötungen geplant sein (Symbolbild).

imago images/Beautiful Sports
Die Grüne St. Gallen um Präsident Daniel Bosshard warnt vor Selbstjustiz.

Die Grüne St. Gallen um Präsident Daniel Bosshard warnt vor Selbstjustiz.

Grüne Kanton St. Gallen
Das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei habe keine Hinweise auf Wilderei im Kanton, sagt Amtsleiter Dominik Thiel.

Das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei habe keine Hinweise auf Wilderei im Kanton, sagt Amtsleiter Dominik Thiel.

St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei ANJF

Darum gehts

  • Diesen Sommer wurden im Kanton St. Gallen bereits mehr als 40 Nutztiere von Wölfen gerissen.

  • Nun warnt die Grüne St. Gallen, Bauern im Toggenburg wollten Wölfe auf eigene Faust jagen.

  • Die SVP St. Gallen forderte bereits im August Wolfsabschüsse.

  • Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen hat keine Hinweise auf Wilderei von Wölfen erhalten.

Das Thema Wolf wird im Kanton St. Gallen heiss diskutiert. Bereits mehr als 40 Nutztiere wurden diesen Sommer von Wölfen gerissen, unter anderem auch im Toggenburg. 20 Minuten berichtete.
Letzte Woche kursierte nun die Warnung, Toggenburger Bauern wollten Wölfe «verschwinden» lassen, wie das St. Galler Tagblatt am Freitag berichtet.

Auch die Grüne Partei St. Gallen warnt vor möglichen Plänen der Wolfsgegner. Sie hätten letzte Woche einen konkreten Hinweis aus der Bevölkerung erhalten, dass sich eine Gruppe von Landwirten zur illegalen Jagd bereit mache, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Man nehme Hinweise dieser Art sehr ernst, denn illegale Wolfstötungen seien bereits aus anderen Kantonen wie Graubünden oder Wallis bekannt, heisst es weiter.
«Wir haben den Hinweis von einer Person aus dem Toggenburg erhalten. Die Aussagen der Person waren sehr glaubwürdig», sagt Daniel Bosshard, Präsident Grüne St. Gallen, auf Anfrage des St. Galler Tagblatts.

Die Grünen kritisieren zudem die Rolle der SVP in der Wolfsdebatte. Diese hatte im August sofortige Wolfsabschüsse gefordert und damit die Diskussion zusätzlich angeheizt, obwohl die gesetzlichen Kriterien für einen Abschuss nicht gegeben waren. «Wenn lautstark ein Wolfsabschuss gefordert wird, kann dies von Einzelnen als Freibrief verstanden werden», äussert sich die Grüne St. Gallen. Die Partei strebe Zusammenarbeit an, um gemeinsam praxistaugliche Lösungen für die Landwirtschaft zu finden.

«Keine Hinweise auf Wilderei von Wölfen»

Das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) hat allerdings keine Hinweise auf illegale Tötungen erhalten. «Bei einem konkreten Verdacht erstatten wir Strafanzeige und der Fall wird untersucht», sagt Dominik Thiel, Amtsleiter des ANJF. Wenn jemand einen konkreten Hinweis auf Wilderei habe, sei es aber auf jeden Fall besser, das Amt oder die Polizei zu informieren, statt eine öffentliche Mitteilung zu schreiben, sagt Thiel weiter.

Auch Hansruedi Thoma, Präsident des Bauernvereins Toggenburg, sind geplante Wolfstötungen neu. «Davon habe ich in den Medien erfahren, aus der Region wurde mir nichts dergleichen berichtet», sagt Thoma. Er sagt aber auch, es brauche eine Lösung für die sich häufenden Wolfsrisse, denn die Situation für die Alpschaffenden sei aktuell sehr unbefriedigend.

Das Schweizer Gesetz nimmt Wilderei jedenfalls ernst: Wer vorsätzlich und ohne Berechtigung Tiere geschützter Arten, wie zum Beispiel den Wolf, jagt oder tötet, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belangt werden.

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