Aktualisiert 13.03.2018 15:24

Sion 2026Gesamtes Stimmvolk soll über Olympia abstimmen

Der Nationalrat verlangt eine eidgenössische Abstimmung über die Durchführung Olympischer Winterspiele in der Schweiz.

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Hier soll der Grossanlass stattfinden: Sion will für die Olympischen Winterspiele 2026 kandidieren.

Hier soll der Grossanlass stattfinden: Sion will für die Olympischen Winterspiele 2026 kandidieren.

Keystone
Sie träumen von Olympia in der Schweiz: Mitglieder des Komitees Sion 2026. (20. Januar 2017)

Sie träumen von Olympia in der Schweiz: Mitglieder des Komitees Sion 2026. (20. Januar 2017)

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«Grosse Chance»: Guy Parmelin will die Spiele mit einer Milliarde Franken in die Schweiz holen.

«Grosse Chance»: Guy Parmelin will die Spiele mit einer Milliarde Franken in die Schweiz holen.

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Der Nationalrat verlangt einen Urnengang über die Durchführung von Olympischen Winterspielen in der Schweiz. Das hat er am Dienstag entschieden. Der Bundesrat möchte nur die betroffenen Kantone und Gemeinden abstimmen lassen.

Nun könnte ihm das Parlament einen Strich durch die Rechnung machen. Der Nationalrat hat eine Motion der Graubündner SP-Nationalrätin Silva Semadeni angenommen. Diese beauftragt den Bundesrat, dem Parlament eine referendumsfähige Gesetzesgrundlage vorzulegen für die finanzielle Unterstützung von Sion 2026.

Der Bundesrat hatte im letzten Herbst entschieden, dass er bis zu einer Milliarde Franken für eine Defizitgarantie ausgeben will, falls die Schweiz den Zuschlag für die Winterspiele 2026 erhält. Laut Sportminister Guy Parmelin legt er dem Parlament die Botschaft im Mai vor.

Zu wenig Zeit

Es handle sich um einen einfachen Bundesbeschluss, der nicht dem fakultativen Referendum unterstehe, argumentierte er. Den Verpflichtungskredit als Gesetz vorzulegen, wäre nicht regelkonform und würde einen Präzedenzfall für andere Subventionen schaffen. Parmelin warnte, dass sich das Parlament von bewährten Verfahren und Zuständigkeiten verabschieden würde.

Der Sportminister führte auch den Zeitplan ins Feld: Eine Olympia-Kandidatur müsste im Januar 2019 eingereicht werden. Eine Volksabstimmung könnte aber frühestens am 10. Februar 2019 stattfinden. Auch der Berner Ständerat Hans Stöckli, der allerdings im Organisationskomitee für «Sion 2026» sitzt, findet: «Bei einer Volksabstimmung reicht die Zeit nicht», wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagt:

Für Hans Stöckli ist eine nationale Volksabstimmung zu den Olympischen Spielen vor allem aus zeitlichen Gründen keine gute Idee. Video: SDA

«Auf die Bevölkerung angewiesen»

Bei einem Nein müsste die Kandidatur eben zurückgezogen werden, hält Nationalrätin Silva Semadeni entgegen. «Der Zeitplan darf keine Ausrede sein.»

Ein Grossanlass wie Olympische Winterspiele sei auf die breite Unterstützung, ja auf die Begeisterung der Bevölkerung angewiesen, sagte Semadeni. Darum müsse sich das Schweizer Stimmvolk dazu auch äussern können.

Der Nationalrat nahm die Motion mit 92 zu 87 Stimmen bei 7 Enthaltungen an. Unterstützt wurde sie von der Ratslinken und von der SVP, die Finanzvorlagen generell dem Referendum unterstellen möchte. Damit der Auftrag für den Bundesrat verbindlich wird, muss noch der Ständerat zustimmen. (sda)

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