Dubiose Firmengründung: Geschäft mit Trusts boomt
Aktualisiert

Dubiose FirmengründungGeschäft mit Trusts boomt

Das Geschäft mit Trusts boomt. Auch in der Schweiz werden die Tarnfirmen für dunkle Geschäfte genutzt.

von
Leo Hug
Virgin Islands: Eine beliebte Destination für die Gründung einer Briefkastenfirma.

Virgin Islands: Eine beliebte Destination für die Gründung einer Briefkastenfirma.

In vielen Ländern darf man Trusts und ähnliche Firmen gründen, deren Eigentümer anonym bleiben. Das sind ideale Verstecke für unversteuerte Gelder, aber auch ideale Vehikel für Schmiergeldzahlungen oder für Terrorismus­finanzierungen. Allein in den USA würden jährlich etwa zwei Millionen Trusts geschaffen, schreibt der «Economist». Engländer würden etwa 250 000 Briefkastenfirmen pro Jahr an Offshore-Plätzen wie den Kanalinseln gründen. Auch die Schweiz sei im Geschäft mit den Trustgründungen aktiv, so der «Economist», ohne Zahlen zu nennen.

Laut Patrick Dorner, Geschäftsführer des Verbands Schweizerischer Vermögensverwalter, ist das Trustgeschäft in der Schweiz jedoch unproblematisch: «Anders als etwa in den USA ist es bei uns nicht möglich, Unternehmen zu gründen, ohne den Eigentümer zu nennen. Zudem müssen die Schweizer Banken die Begünstigten der Gelder kennen, die wir verwalten.»

Allerdings kommt eine Studie der Weltbank zum Schluss, dass auch die Schweiz bei unsauberen Geschäften mittels Tarnfirmen mitmischt. Ihr «Puppet Masters»-Bericht analysiert 150 grosse Korruptionsfälle aus den letzten drei Jahrzehnten. 817 Trusts mit insgesamt 238 Bankverbindungen waren in diese Korruptionsfälle involviert. Sieben dieser Trusts ­hatten den Sitz in der Schweiz. Mit 102 Trusts hatten die USA den grössten Anteil. Bei den 238 Bankverbindungen führten ebenfalls die USA mit 107 Bankverbindungen die Länderliste an. Auf Platz zwei folgt bereits die Schweiz mit 76 Bankverbindungen.

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