Geschäftsführer von Genossenschaft verurteilt
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Geschäftsführer von Genossenschaft verurteilt

Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich gegen einen langjährigen Geschäftsführer der Siedlungsgenossenschaft Friedheim in Zürich ist am Freitag rechtskräftig geworden.

Kurz vor dem auf Freitag anberaumten Berufungsprozess vor dem Zürcher Obergericht zogen der Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsanträge zurück. Der 47-jährige Kaufmann muss die unbedingte Gefängnisstrafe von 18 Monaten wegen mehrfacher Veruntreuung, Widerhandlung gegen das Bankengesetz sowie gegen das Bundesversicherungsgesetz antreten.

Der weitgehend nicht geständige Angeklagte hatte zwischen Juni 1997 und März 1998 zahlreiche Personen mit Aussichten auf gute Geldanlagen gelockt. Er hat von weit über 150 Investoren insgesamt 885 000 Franken entgegen genommen.

Anstatt die Summe für den versprochenen Ankauf von Liegenschaften zu verwenden, verlor er einen Grossteil der Gelder mit hochriskanten Optionen an der Börse. Zudem liess er beachtliche Summen in die eigenen Taschen fliessen.

Weitere 646 000 Franken nahm der Angeklagte von den Geschädigten als Vorsorgegelder auf. Der gesamte Deliktsbetrag betrug deshalb über 1,5 Millionen Franken. Die Genossenschaft Friedheim ging darauf in den Konkurs.

Das Bezirksgericht hatte das Verschulden des mehrfach vorbestraften Geschäftsführers als «nicht mehr leicht» eingestuft. Mit seinem raffinierten Vorgehen habe er sich in die Nähe des Betruges gesetzt.

Das Vorgehen bei den Vorsorgegeldern stufte das Gericht gar als skrupellos ein. Die unbedingte Gefängnisstrafe von 18 Monaten setzte sich aus 13 Monaten sowie einer fünfmonatigen Vorstrafe zusammen. Die Verteidigung hatte vergeblich Freisprüche von den Hauptvorwürfen gefordert. (sda)

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