USA: Geschäftsmann klagt gegen USA
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USAGeschäftsmann klagt gegen USA

Ein deutscher Geschäftsmann syrischer Herkunft hat US-Behörden verklagt, weil er im Dezember 2006 auf dem Flughafen von Las Vegas unrechtmässig drei Nächte lang in Gewahrsam genommen und misshandelt worden sei.

Ausserdem hätten Beamte ihn zwingen wollen, als Informant für die USA zu arbeiten. Die am Mittwoch am Bezirksgericht in Nevada eingereichte Klage richtet sich gegen einen Beamten der Einwanderungsbehörde, die Stadt North Las Vegas und die Polizei von North Las Vegas.

Die Anwälte des Geschäftsmannes machen geltend, ihrem Mandanten seien 36 Stunden lang Herzmedikamente verweigert worden, obwohl er erst kurz zuvor am Herzen operiert worden sei. Ausserdem sei er auf dem Weg vom Flughafen zur Haftanstalt in North Las Vegas unsanft behandelt worden und habe sich einer intimen Leibesvisitation unterziehen müssen.

In einer vom Anwältekomitee für Bürgerrechte in San Francisco veröffentlichten Erklärung des 63-Jährigen heisst es, Bundesbeamte, die ihn verhörten, hätten ihn aufgefordert, nach Deutschland zurückzukehren und Informationen über Menschen zu liefern, die sich antiamerikanisch äusserten.

«Sie sagten mir, wenn ich nicht mit ihnen kooperierte, würde ich nicht in die USA zurückkehren können», erklärte der Geschäftsmann. «Sie haben diese Drohung offenbar wahr gemacht.» Ihm sei ohne Grund ein Visum verweigert worden, als er zuletzt in die USA einreisen wollte. Der Klageschrift zufolge wurde der Mann am 31. Dezember 2006 freigelassen und durfte nach Deutschland zurückkehren. Der US-Grenzschutz hat bestätigt, dass dem Mann die Einreise verweigert wurde. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die Frau des Klägers und seine drei Kinder sind US-Bürger, seit 20 Jahren besitzt er laut Klageschrift ein Haus in Massachusetts. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls wollte er seine Frau und weitere Familienangehörige besuchen. In den Fall hatte sich seinerzeit auch die Bundesregierung eingeschaltet und Aufklärung darüber verlangt, warum dem Deutschen die Einreise verweigert wurde. (dapd)

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