Aktualisiert 06.01.2014 11:42

Ungültiges Verfalldatum

Geschenkdienst Smartbox verärgert Kunden

Wer zu Weihnachten eine Smartbox geschenkt bekommen hat, könnte sich freuen – eigentlich. Doch die Gutscheine in der Box verfallen schon nach 18 Monaten.

von
Dorothea Vollenweider
Der Geschenkdienst Smartbox sorgt mit Ablauffristen für Ärger bei den Kunden.

Der Geschenkdienst Smartbox sorgt mit Ablauffristen für Ärger bei den Kunden.

Eigentlich war es ein gut gemeintes Weihnachtsgeschenk: Die Smartbox ermöglicht es, in Form einer kleinen Schachtel Grosses zu verschenken. Beispielsweise ein Wellness-Wochenende in einem Schweizer Luxushotel nach Wahl oder eine Fahrt mit einem Ferrari 430 auf verschiedenen Rennstrecken in Italien. Das Besondere: Statt eines Gutscheins eines einzelnen Anbieters erhält der Empfänger gleich ein ganzes Heft an Angeboten, aus denen er auswählen kann.

Gültigkeit von 18 Monaten

Was nach viel Flexibilität klingt, ärgert manch einen Kunden schon vor dem Einlösen. Denn die Gutscheine sind nur 18 Monate gültig. Dies führt dann zu Problemen, wenn Hotels schon Monate im Voraus ausgebucht sind oder während der Hochsaison keine Gutscheine annehmen wollen. Oder die Angebote sind an zusätzliche Bedingungen – wie ein Abendessen im Hotel – gebunden. Dies berichtet das Konsumentenforum, bei deren Beratungsstelle schon diverse Beschwerden diesbezüglich eingegangen sind.

Smartbox will nichts davon wissen

Besonders ärgerlich: Die Firma Smartbox entzieht sich jeglicher Verantwortung, indem sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen jegliches Risiko ausschliesst. Zudem lässt das Unternehmen Kunden auf seiner Hotline regelmässig abblitzen. Die Kunden sollen sich direkt mit den Anbietern der Dienstleistung in Kontakt setzen, heisst es dann. Smartbox begründet dies laut Konsumentenforum damit, lediglich der «Vermittler» der Dienstleistung zu sein.

Auch die Direktorin eines 4-Sterne-Hotels und Spas in der Grossregion Zürich bietet auf Smartbox Wellness-Wochenenden an und kennt das Problem mit den abgelaufenen Gutscheinen nur zu gut. Sie sieht die Verantwortung jedoch bei Smartbox: «Schliesslich sind nicht wir die Verkäufer dieses Produkts, sondern Smartbox. Dementsprechend sollten auch sie sich des Problems annehmen», sagt sie. Die Geschäftsführerin findet es nicht richtig, dass die Hotels dadurch regelmässig mit verärgerten Kunden konfrontiert sind. «Grundsätzlich sind wir jedoch kulant und lassen die Gutscheine trotzdem gelten», fügt sie an.

Verfalldatum ist gesetzeswidrig

Auch wenn Smartbox ein Ablaufdatum auf seine Gutscheine schreibt, wird dieser damit noch lange nicht ungültig: Denn laut dem in der Schweiz gültigen Obligationenrecht werden Waren-, Lebensmittel- sowie Restaurant- und Hotel-Gutscheine erst nach fünf Jahren ungültig. Die meisten übrigen Gutscheine verjähren sogar erst nach zehn Jahren. Auf Smartbox wiederum gelten andere Regeln. Zwar hat der Kunde nach der Ablauffrist von 18 Monaten noch die Möglichkeit, den Gutschein zu verlängern. Doch dafür muss er 27 Franken hinblättern. Smartbox war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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