Verärgerter Ladenbesitzer: Geschenkladen verlangt 2 Euro «Bummelgebühr»
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Verärgerter LadenbesitzerGeschenkladen verlangt 2 Euro «Bummelgebühr»

Der Kunde ist nur König, wenn er etwas kauft. Das dachte sich ein Ladenbesitzer in Essen und sorgt mit einer ungewöhnlichen Massnahme für Ärger.

von
mlr

Nur mal kurz schauen – viele Neugierige betreten ein Geschäft, flanieren durch die Gänge und verlassen den Laden wieder, ohne etwas gekauft oder ein Wort mit dem Verkäufer gewechselt zu haben.

Michael Pütz, Inhaber des Geschenkeladens Ideenreich im nordrhein-westfälischen Essen, hatte davon genug. Am 1. April machte sein Souvenir-Geschäft bei 50 Kunden nur 12,50 Euro Umsatz, berichtet Focus.de. Daraufhin beschloss Pütz: Künftig erhebt er eine Gebühr von zwei Euro für alle, die nur bummeln und nichts kaufen.

Ums Geld sei es nie gegangen

«Ich habe mich manchmal gefühlt wie ein Museumswärter. Die Kunden sind wortlos an mir vorbeigelaufen und haben sich gar nicht richtig umgeschaut», sagte er dem Online-Portal.

Wirklich ums Geld sei es ihm gar nicht gegangen, berichtet der Ladenbesitzer. Vielmehr wolle er auf ein altbekanntes Problem aufmerksam machen. Viele Leute würden sich im Einzelhandel umschauen, um dann später lieber billiger im Internet zu bestellen. Ausserdem hänge er das Schild ohnehin nur auf, wenn er damit beschäftigt sei, seine selbstgemachten Souvenirs herzustellen, und deshalb nicht vorne im Laden präsent sein könne.

«Geballte Kreativität» oder «Abzocke»

Bisher hat Pütz, der seine Aktion auch auf Facebook öffentlich machte, sowohl positive als auch negative Reaktionen erhalten. Während Unterstützer seine «geballte Kreativität» loben, halten Kritiker die Idee schlicht für «Abzocke». In dem sozialen Netzwerk hat Pütz ausserdem ein Codewort gepostet, mit dem wirklich Interessierte seinen Laden auch ohne Gebühr betreten dürfen. «Die zwei Euro habe ich sowieso keinem abgeknöpft», so Pütz gegenüber Focus.de.

Die ganze Aktion sorgte inzwischen für so viel Wirbel, dass Pütz ein neues Schild aufgehängt und auf Facebook gepostet hat: «An alle Neugierigen: Falls Sie DAS Schild suchen, dann muss ich Sie enttäuschen.» Falls jemand extra wegen der ganzen Aufregung und um das andere Schild zu sehen, angereist sei, solle er doch bei den Medien, die falsch informiert hätten, sein Fahrgeld zurückfordern.

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